Juist

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    Juist – Keine Autos, das Meer überall nur ein paar Schritte entfernt. Die Insel Juist hat ein ganz eigenes Zeitgefühl.

    Die Einheimischen nennen ihre Insel ganz einfach „Töwerland“ – ein plattdeutsches Wort, es bedeutet Zauberland. Tatsächlich passiert das erste Wunder, sobald man sich auf der Frisia-Fähre langsam der autofreien Insel Juist nähert: Die innere Uhr tickt plötzlich ruhiger, alle Eile schwindet, der Atem wird ruhiger, das Innerste scheint drei Gänge herunterzuschalten. Kein Auto weit und breit, ein Doppelgespann mit Friesenpferden bringt es auf höchstens zwei PS, und selbst die Polizei ist mit dem Fahrrad unterwegs. Hektik ist hier chancenlos.

    Manche behaupten, hier wäre die Entschleunigung erfunden worden

    Im Juister Hafen, gleich hinter dem neuen Wahrzeichen, einem stolzen Seezeichen in Segelform, dümpeln Butterschiffe, dick und braun wie Honigkuchen. Auf dem Schiffchenteich am gemütlichen Kurplatz lassen Kinder ihre Segelbötchen tanzen, kleine Hände streicheln die Pferde vor den Fuhrwagen. Mütter und Väter schauen entspannt und zufrieden: Auf dem gerade mal 500 m breiten Eiland geht kein Kind verloren. Mehr noch: Juist ist elternangstfreie Zone. Klein, übersichtlich.

    Und raserfrei: gemächliche Vierbeiner statt eiliger Karossen. Fahrrad fahren oder laufen lernen, angstfrei. Vielleicht der einzige Ort, an dem schon Dreijährige morgens die Brötchen vom Bäcker holen können. Sommer voller Ich-kann-das-schon-Erlebnisse. Loslassen, ohne sich zu verlieren. Stressfreier geht es nicht, Urlaub total.

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