Alpenpanoramaweg – Etappe 14: Entlebuch – Escholzmatt

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Wir bleiben eine Zeit lang im UNESCO Biosphärenreservat Entlebuch. Erst kurz nach Schüpfheim wenden wir uns nach Südwesten und folgen kleinen Straßen und Wegen um schließlich nach Escholzmatt zu gelangen.

„Was heute eine karge und schwer begehbare Steinwüste ist, war einst die schönste Alp des Entlebuches besagt eine alte Sage. Die sonnige Südseite der Schrattenfluh wurde von saftigen Matten und blumigen Wiesen geziert und wurde als Alp bewirtschaftet.

Hannes und Jost, zwei Brüder, erbten die Alp von ihren geliebten Eltern. Doch Hannes war unersättlich was seinen Erbteil anging und beraubte seinen blind geborenen Bruder Jost jedes Jahr um ein Stück von seinem Erbanteil. Die Raffgier und die Bosheit von Hannes verstand auch seine früh verstorbene Frau nicht. Gemeinsam hatten sie eine Tochter, die wunderschöne und zierliche Rösi. Zum Leidwesen aller erbte sie jedoch den bösen, hochmütigen und raffgierigen Charakter ihres Vaters. So verlangte sie von ihren zahlreichen Verehrern das Unmögliche – das Besteigen des Schibengütsch. Nicht wenige von ihnen stürzten dabei zu Tode. Trotz der Empörung und Erbitterung des Volkes über die Rücksichtslosigkeit von Hannes und seiner Tochter Rösi, änderten beide ihr Tun nicht.

Eines Tages konnte ein guter und treuer Knecht nicht länger mitansehen, wie der gemeine Hannes den blinden Bruder Jost um sein Land betrog und entschied sich dem Blinden davon zu berichten. Empört stellt Jost seinen Bruder zu Rede – aufgebracht fluchte jener: „Der Teufel soll die ganze Alp von Grund auf verwüsten, wenn ich eine Krume meiner Scholle unrechtmässig erworben habe.“
Zeitgleich mit seinem Schwur brachen Donner und Blitz über die Matten und eine schwarze unheilvolle Wolkenwand türmte sich über dem Schibengütsch auf. Der Berg zitterte als würde er in tausend Stücke zerschellen. Das Verderben bracht über die Schrattenalp herein. Der Teufel riss mit seinen gewaltigen Klauen die blühenden Wiesen und saftigen Weiden von den Felsen und packte Hannes und Rösi und schleuderte sie in die Höhle unter dem Schibengütsch.

Seit damals ist die Südseite der Schrattenfluh eine karge Steinwüste. Auch heute sieht man noch die Klauenspuren des Höllenfürsten und auch heute noch sind Hannes und Rösi in der Höhle gefangen. Nur einmal im Jahr – in der Karwoche, wenn in Marbach die Glocken zum Gloria läuten – können sie am Eingang der Gruft beobachtet werden.“

Entlebucher Sagen, Schnyder-Studer Frieda , 1977

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Streckendaten
Schwierigkeit Normal
Länge 17,8 km
Dauer 5 Std.

 

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