Der Hochgebirgskrieg zwischen Italien und Österreich 1915 bis 1918

0
487

Ortsnamen wie Cortina d´Ampezzo, Corvara, Canazei oder das Grödner Tal und die umliegenden hohen Berge sind vielen Wintersportlern vertraut. Was sich hier und an anderen Stellen in den Dolomiten, den Julischen und Karnischen Alpen vor beinahe 100 Jahren zugetragen hat, ist heute kaum noch vorstellbar.

Der Isonzo entspringt in den Julischen Alpen und fließt in südlicher Richtung zur Adria. Nach etwa 140 km mündet er bei Monfalcone ins Meer. Der slowenische Name des Flusses lautet Soća, ausgesprochen etwa wie „Sotscha“. Als der bisherige Verbündete Italien am 23. Mai 1915 der österreichischen K.u.K-Monarchie den Krieg erklärte, wurde der Isonzo sehr rasch zu einem Teil der Front zwischen den beiden Kriegsgegnern. Allein an diesem Fluss wurden im Verlauf der Auseinandersetzungen zwölf Schlachten geschlagen.

Die gesamte Front war allerdings wesentlich länger und zog sich Luftlinie über 600 km quer durch die Alpen von der Adria bis zur Schweizer Grenze, und verlief zum allergrößten Teil im Hochgebirge. Man kann getrost einige hundert Kilometer dazu rechnen, weil die Front im Hochgebirge keineswegs gerade verlief, sondern zum Teil irrwitzigen Kurven folgte, die sich einerseits aus der Beschaffenheit der Berge und andererseits aus der militärischen Taktik ergaben.

Jedenfalls musste jede Geschützpatrone, ganz zu schweigen von der dazugehörigen Kanone, jede Wasserflasche, aller Proviant, schlichtweg alles Material zu Fuß auf die Gipfel der Berge transportiert werden. Gegenstände, die zu schwer und zu groß für einen Träger waren, mussten auseinander genommen werden, oder eigens neu konstruiert werden, damit sie transportabel wurden. Im Verlauf der Kämpfe entwickelten vor allem die Italiener den Straßen- und Stegebau im Hochgebirge zu neuer Perfektion, während die andere Seite die Seilbahntechnik vervollkommnete.

»Am meisten Lärm aber ist um eine neue Waffe los, um ein Ding von mittelalterlicher Wucht, das anscheinend einen magischen Zauber ausübt, um den Morgenstern. Wir haben vor kurzem eine Kiste voll davon erhalten. Diese Morgensterne bestehen aus einem Hartholzstiel, auf den eine Eisenhülse mit fingerlangen Stacheln gezogen ist. Die Sendung war begleitet von einem Erlaß des Heeresgruppenkommandos, in welchem es hieß, daß mit dem Morgenstern dem Soldaten der Alpenländer eine traditionelle Waffe gegeben wurde … Jeder will also einen Morgenstern haben.“
Luis Trenker

…und diese archaische Waffe wurde auch eingesetzt, zum Beispiel, um die überlebenden eines Gasangriffs am Isonzo zu erschlagen…

Literaturempfehlungen:

Die Front in Fels und Eis, Gunther Langes, 2012 – 16. Auflage, Athesia-Verlag, Bozen – ISBN 978-88-7014-118-4

Der Dolomitenkrieg, Uwe Nettelbeck, Berenberg – ISBN 978-3-937834-71-9

Der Krieg der Großväter, Hans Magenschab, 1989 – 2. Auflage, Edition S Verlag der österr. Staatsdruckerei – ISBN 3-7046-0115-5

Infanterie greift an, Erwin Rommel, 1995 österr. Milizverlag – ISBN 978-3-901185-07-6

The White War – Life and Death on the Italian Front 1915-1919, Mark Thompson, 2008 Faber and Faber Ltd. – ISBN 978-0-571-22334-3

Wanderwege / Etappen

Populäre Beiträge