Der Moselsteig – Etappe 12

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    Auf dem Moselsteig von ürzig nach Traben-Trarbach – Im Banne des Sonnenkönigs

    Die 12. Etappe des Moselsteiges führt vom kleinen malerischen Weinort ürzig nach Traben-Trarbach, der Stadt des Jugendstils an der Mittelmosel. Den Wanderer erwartet eine abwechslungsreiche Landschaft, es geht durch Wald, Weinberge und Wiesen mit herrlichen Ausblicken auf das Moseltal. Und am Ende wandert man auf historischen Boden – den Mont Royal, wo sich im 17. Jahrhundert die mächtigste Festungsanlage ihrer Zeit befand.

    Vom Bahnhof in ürzig gehen wir nach links und folgen der Markierung “Zuweg Moselsteig” 1,5 Kilometer bis zur Römerstraße. Dieser folgen wir auf einem Gehweg bis zum Ortsrand, wechseln auf den Parallelweg und queren später die Grillhütte. Auf dem Moselhöhenweg wandern wir am Waldrand an der K 62 entlang und queren am „Parkplatz Leizenberg“ die Straße. Nach einigen Stufen steigen wir auf einem Pfad steil aufwärts und wandern durch Wald und erreichen die Burgberghütte mit Rastbänken von der man einen herrlichen Moselblick hat. Von hier folgen wir dem Moselsteig auf breiten Weg nach links und bald darauf biegen wir nach rechts ab und wandern durch einen herrlichen Buchenwald leicht abwärts. Nach einiger Zeit treffen wir auf einen Forstweg, gehen nach rechts und wandern bis zur Hangkante und treffen auf einen Weinberg mit Rastbank.

    ürziger Kräuter- und Gewürzgarten

    Auf einem ehemaligen Weinberg über ürzig wurde in Anlehnung an die berühmte Weinlage „ürziger Würzgarten“ ein mediterraner Kräutergarten angelegt. In ihm wachsen 10 000 Stauden in über 160 Sorten. Tausende von Zwiebelpflanzen, heimische Duftsträucher und Duftrosen. Im Frühjahr sticht vor allem das gelbe Steinkraut und das Blau der Zwiebelpflanzen hervor und bilden einen wunderschönen Kontrast zum Schiefergestein. Im Sommer dagegen blühen die gelben und blauvioletten Farbbänder der Gewürzpflanzen und im Herbst ist er geprägt von rötlichen Fetthennen und wilden Wein. Von Mitte Juli bis Mitte Oktober werden 90-minütige Kräuter- und Gewürzgartenführungen angeboten. Die Anmeldung erfolgt über das Verkehrsbüro ürzig.

    Auf breiten Weg wandern wir nun an der Hangkante entlang mit schönem Blick auf das Moseltal bis der Moselsteig nach links abbiegt und uns zur L58 führt, diese queren wir, wandern auf einem Feldweg bis zu einer Anhöhe und treffen dort auf einen weiteren Feldweg, wir gehen halbrechts und erreichen eine offene Wiesenlandschaft und biegen an der nächsten Weggabelung nach rechts ab und folgen einem Wirtschaftsweg durch Gehölz abwärts. Nach einem kleinen Schlenker nach rechts erreichen wir das „Willersbachtal“ und wandern abwärts bis zur L58. Kurz vor der Straße steigen wir links aufwärts und gelangen rechts zu einem Weg am Waldrand, auf diesem wandern wir nun durch eine abwechslungsreiche Landschaft durch Gehölz und Weinberge und biegen später an einem Weinberg scharf nach links ab und steigen aufwärts in den Wald.

    An der nächsten Weggabelung gehen wir nach rechts und wandern leicht ansteigend durch das „Klingelbachtal“ und queren nach einiger Zeit den Bach und biegen links auf einen Pfad ein, der auf einem Forstweg endet. An diesem gehen wir nach rechts bis zu einer Bank mit einem wunderschönen Blick über die Weinberge der Mosel. Nach einer offenen Passage geht es wieder zurück in den Wald und Wandern durch das „Viehbachtal“ und queren später einen Bach. Der Wald wir nun lichter und gibt uns einen schönen Blick auf den Weinort Kröv frei. Bei der nächsten Weggabelung mit Rastbank führt uns der Moselsteig durch herrlichen Mischwald bevor wir einen Forstweg queren und uns dem Rathausbach nähern. Wir verlassen den Bach und gelangen an einen Rastplatz mit einem sehr schönen Blick auf Kröv und die Klosterruine Wolf, auf der gegenüberliegenden Moselseite und wandern weiter auf der Hangkante und erreichen etwas später einen Brunnen.

    Von hier führt ein Pfad zur Schutzhütte „Hänchens Born“, die man nach wenigen Metern erreichen kann. Wir wandern nach einer ausgiebigen Rast weiter bis zur nächsten Bank, von hier kann man über einen Pfad zur „Bergkapelle“ aufsteigen, wir wandern weiter geradeaus zur Straße, queren diese und gehen unterhalb des Berghofes und an einem Wildgehege entlang weiter, streifen durch einen kleinen Nadelwald der in einen Mischwald übergeht und treffen auf einen Asphaltweg. An diesem gehen wir nach links und treffen auf die K 64, an ihr laufen wir etwa 60 Meter nach rechts und gelangen an den Rand der „Feriensiedlung Landal“. Wir biegen nach rechts auf einem Asphaltweg ab und erreichen eine  Hangkante mit freier Sicht auf die Mosel. An einer Weggabelung folgen wir dem Weg nach links und wandern unterhalb der Ferienanlage bergauf und befinden uns nun auf historischem Boden – dem „Mont Royal“. Wir folgen nun einem Pfad auf der Hangkante entlang und erreichen über einen kurzen Abstecher die Festungsruine.

    Wieder zurück, erreichen wir nach einiger Zeit einen Wanderparkplatz, von dem man einen schönen Blick auf Traben-Trarbach mit seiner Klosterruine hat. Nach kurzer Zeit erreichen wir einen weiteren Aussichtspunkt mit Rastbänken und  treffen auf einen breiten Wirtschaftsweg, der uns zum Flugplatz bringt. Nach diesem geht es auf einen Pfad abwärts und wir treffen auf einen Weinbergweg, verlassen den Wald und wandern nach links durch die Weinberglandschaft mit Blick auf Traben-Trarbach. Kurz vor dem Ort gehen wir rechts abwärts und biegen später auf einem Grasweg scharf links ab und wandern bis zum Ortsrand. Dort queren wir die Straße „Im Bauer“  und folgen dem Pfad abwärts an Gärten und Weinbergen vorbei bis der Pfad am alten Brauweg endet. Wir wechseln nach links die Straßenseite und gelangen in den Ort und gehen nach rechts in die „Poststraße“ und wir erreichen mitten im Ort die „Bahnstraße“, von hier gelangt man in wenigen Minuten zum Bahnhof.

    Festung Mont Royal – Das Vermächtnis des Sonnenkönigs

    Hoch über der engsten Moselschleife bei Traben-Trarbach liegt auf einem Bergrücken die fünf Kilometer lange Festungsruine Mont Royal, von der heute nur noch Relikte übrig sind. Der Sonnenkönig Ludwig XIV. erteilte 1687 seinem Kriegsminister Louvois den Befehl zum Bau einer Festungsanlage, die zur größten Festungsanlage in Europa werden sollte. Die Anlage sollte den französischen Truppen dienen um die besetzten Moselgebiete und das Rheinland zu kontrollieren. Die Anlage sollte 12000 Soldaten und 3000 Pferden Platz bieten. Außerdem war ein Lazarett für Verwundete und Kranke sowie eine Stadt für 5000 Menschen auf dem Bergrücken zur Versorgung geplant. Die Anlage war von einem 3 Km langen und 30 Meter hohen Hauptwall, mit 5 Bastionen und 3 Bolltürmen bewehrt und durch viele Außenwerke geschützt. Bereits im Jahr 1690 hatte die Festungsanlage eine Kampfstärke von 14 Regimentern, Arsenale und Versorgungsdepots für Waffen und Vorräte für eine ganze Armee.

    Mont Royal war nicht nur die größte Festungsanlage ihrer Zeit sondern gehörte auch zu den 9 „ Neuen Städten“ die von 1679 bis 1698 nach den Plänen des großen Baumeisters „Sèbastien Le Prestre de Vauban“ erbaut, gestaltet und befestigt wurden. Aus den Kirchenbüchern der damaligen Zeit geht hervor, dass trotz der kurzlebigen Zeit der Festungsanlage sich eine eigenständige, multikulturelle Lebensgemeinschaft auf dem Bergrücken entwickeln konnte. Das Schicksal der Festungsanlage Mont Royal ist mit den kriegerischen Auseinandersetzungen des Pfälzischen Erbfolgekrieges und der großen Vision des Sonnenkönigs von einer durchgehenden Ostgrenze seines Königreichs verbunden. Mit der Aufgabe der von Frankreich wiedervereinigten Gebiete wird dem Traum ein Ende gesetzt und der Sonnenkönig ließ die Festungsanlage nach dem Frieden von Rijswijk 1698 schleifen. Es ist vor allem dem Heimatforscher Dr. Ernst Willen Spies zu verdanken, dass die Festungsanlage nicht ganz in Vergessenheit geraten ist.

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    Streckendaten
    Schwierigkeit Normal
    Länge 15,2 km
    Dauer 4,5 Std.

     

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