Grünes Band – Abschnitt 12: Zwischen Dassow und Kühlungsborn

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In der DDR hieß der Teil der Grenze, der an der Ostsee lag, die „Blaue Grenze“. Da die gesamte Ostseeküste Grenzgebiet war, mussten für die Badegäste besondere Vorkehrungen getroffen werden.

Das Stück der „Blauen Grenze„, das der Bundesrepublik am nächsten lag, war 20 km weit für Ortsfremde tabu, also etwa ab westlich Boltenhagen bis Dassow. Hier hatten Badegäste nichts zu suchen, lediglich die – nicht sehr zahlreichen – Einheimischen hatten Zutritt. Wer östlich davon zu einem Badeurlaub an die Ostsee kam, hatte sich unverzüglich bei der Polizei zu melden. Sobald es dunkel wurde, hatte man sich gefälligst vom Strand zu entfernen, und Suchscheinwerfer verhinderten, dass irgendjemand die Gelegenheit zur „Republikflucht“ nutzen konnte.

Die Halbinsel Priwall gehörte zu einem Teil zur DDR. Von dort hatten die Volkspolizisten freien Einblick auf den zur Bundesrepublik gehörenden Teil einschließlich des dort befindlichen FKK-Strandes. Das Ostseebad Boltenhagen ist ein traditionsreicher Badeort, wo bereits 1882 die ersten Strandkörbe aufgestellt wurden. Zu den knapp 2.500 Einwohnern gesellen sich heute bis zu 30.000 Urlaubsgäste pro Saison, die die Weiße Wiek und die Marina nutzen.

Die alte Hansestadt Wismar – erstmals 1147 in einer Sage erwähnt – hat eine höchst wechselvolle Geschichte, die sich zum Teil an dem malerischen Stadtbild ablesen läßt. Ursprünglich eine slawische Siedlung, unterhielten hier später Wikinger einen bedeutenden Handelsplatz Reric, der später von Haithabu (Hedeby) abgelöst wurde. Im Mittelalter wurde Wismar Mitglied der Hanse und schützte damit vor allem den lukrativen Salzhandel, denn die Stadt bildete den Hafen einer bedeutenden Salzstraße. Im und nach dem Dreißigjährigen Krieg gehörte Wismar bis Anfang de 19. Jahrhunderts zu Schweden. Das entzückende Stadtbild allein lohnt bereits einen Besuch von Wismar!

Die Stadt Kühlungsborn ist noch jung, sie entstand 1938 in der Zeit des Nationalsozialismus. Der Name ist zusammengesetzt aus der Bezeichnung für einen südlich gelegenen Höhenrücken namens „Kühlung“ und dem poetischen Wort für Quelle, Born. Allerdings reicht die Geschichte der drei Dörfer, die unter diesem neuen Namen zusammen gefasst wurden, sehr viel weiter zurück. Bereits im ausgehenden 12. Jahrhundert wurden verschiedentlich „Dörfer des Bruno“ erwähnt, wobei der Namensgeber als „Bruno von Cubanze“ identifiziert werden konnte. Auch die Anfänge als Badeort liegen zeitlich vor der Ortsgründung: Bereits 1857 entstand ein Gasthof mit zwei Stockwerken, für den in einem Prospekt geworben wurde mit Vollpensionspreisen zwischen sieben und neun Reichstalern pro Woche.

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