Märchenlandweg Etappe 21: Lamerden – Trendelburg

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Wandern auf dem Märchenlandweg Streckenbeschreibung Nr. 21
Lamerden – Sielen – Hümme – Stammen – Trendelburg
Start: Dorfgemeinschaftshaus Lamerden
Im Frühtau zu Berge… Beginnen Sie diese Wanderung auf dem Märchenlandweg während der heißen Jahreszeit morgens, da es unterwegs so gut wie keinen Schatten gibt. Einen besonderen Reiz hat der erste Abschnitt, von Lamerden in Richtung Sielen, wenn das Diemeltal bis in die Höhenlagen noch ebelverhangen ist und die Sonne sich erst allmählich ihren Weg bahnt.
Vom Dorfgemeinschaftshaus in Lamerden gehen Sie nach links an der Diemel entlang und biegen dann nach links in die Straße „Meyerhof“ ein. Auf dieser gehen Sie an Kirche und Heimatmuseum vorbei bis zur Straße „Unterland“, der Sie nach rechts folgen. Die große Hauptstraße, die Sie kurz darauf erreichen, heißt immer noch so – an der Kreuzung gehen Sie nach links, bis kurz vor den Ortsausgang. Sie wählen die letzte Straße, die nach links abbiegt – den Muddenhagener Weg, auf dem Sie Lamerden verlassen.
Diesen Weg verlassen Sie nun die nächste Stunde nicht mehr. Rechts bietet sich in der ersten Viertelstunde der Wanderung ein atemberaubender Blick hinab ins Diemeltal bis nach Eberschütz und auf die ersten Häuser Hümmes. Auf der anderen Seite der Diemel sehen Sie einige markante Berge: zunächst der Heuberg, dahinter der Schöneberg und die Eberschützer Klippen. Am Horizont breitet sich der Reinhardswald aus. In der Ferne mitten im Reinhardswald liegt der Staufenberg (472m), der sich bereits kurz vor der Weser und somit am östlichen Ende des Reinhardwaldes befindet. Zu Ihrer Linken eröffnen sich immer wieder Ausblicke weit in die Warburger Börde hinein. Das Dorf schräg hinter Ihnen mit dem charakteristischen spitzen Kirchturm ist Körbecke – bereits in Nordrhein-Westfalen gelegen. Schräg dahinter erhebt sich der Desenberg mit der Daseburg. Warburg wird im Herbst lokalisierbar – wenn der Rauch der Zuckerrübenfabrik am Horizont in den Himmel steigt.
Sie wandern an einigen Windrädern vorbei. Zwei alte Grenzsteine (Nr. 97 u.98) zwischen Hessen und Nordrhein-Westfahlen säumen den Weg. Kurz darauf stoßen Sie auf einen querlaufenden, ebenfalls geteerten Feldweg. Diesem folgen Sie nach links, passieren nochmals einige Windräder, verlassen den Weg jedoch nach wenigen Metern wieder und wählen den Feldweg, der nach rechts abbiegt. An dessen Ende stoßen Sie erneut auf einen querlaufenden befestigten Feldweg. Bevor Sie nach links weiterlaufen, genießen Sie erst einmal den Blick hinab in das Tal und auf das gegenüberliegende hügelige Waldstück. Schauen Sie rechts daran vorbei, blicken Sie bis nach Stammen – bis dorthin wer-den Sie Ihre Füße heute noch tragen. Sie folgen dem Weg ein Stückchen nach links und halten auf das westfälische Dörfchen Muddenhagen zu, biegen jedoch bereits bei der nächsten Möglichkeit nach rechts ab. Hier geht es nun auf einem schmalen Erdweg steil bergab hinab ins Tal. Unten angekommen, wandern Sie einige Schritte nach links und dann gleich wieder nach rechts, auf dem Wiesenweg am Waldrand entlang. Nachdem Sie den kurzen beidseitig bewaldeten Abschnitt hinter sich gelassen haben, schweift Ihr Blick nach rechts ins Grüne.

Der Wiesenweg steigt sanft bergan, bis Sie an eine Kreuzung gelangen, an der Sie auf den Erdweg nach rechts abbiegen. Jetzt wan-dern Sie stetig bergab. Bald gelangen Sie wieder an einen geteerten Feldweg, dem Sie nach rechts folgen. Von dem Bergrücken, auf dem Sie nun entlang wandern, haben Sie einen schönen Blick ins Tal hinab nach Sielen.
In Sielen angelangt, überqueren Sie die Kreisstraße 67. Für eine Rast geeignet ist das Künstler Café Karl-F, zu dem Sie über die Straße „Am Winterhof“ gelangen. Eine einladende Caféterrasse und ein Atelier, das besichtigt werden kann, sind von Interesse. Der Weg durch den Ort ist gesäumt von alten diemelsächsischen Bauernhäusern aus der Ba-rockzeit. Ein Urnenfriedhof (Alter: 3000 Jahre, „Auf der Worth“) und ein Steinbeil (ca. 7000 Jahre alt, Heimatstube) sind hier entdeckt worden. Weiter wandern Sie über die „Brü-ckenstraße“ und die Diemelbrücke. Mit Blick auf das große Diemelwehr und eine Müh-lenruine verlassen Sie Sielen. Direkt hinter der Brücke biegen Sie links in den geteer-ten Feldweg ein und folgen diesem bis zur Kreuzung, an der Sie eine Infotafel des Eco Pfades Diemel zur Kanalisation der Flussebene und der Renaturierung der Diemel-Nebenarme betrachten können.

Sie gehen am Schild nach rechts und folgen dem Ver-lauf des geteerten Feldwegs mit einer kurzen Steigung nach Hümme hinein. Bevor Sie die ersten Häuser Hümmes erreichen zweigt nach links ein Fuß- und Radweg ab. Hier verlief die älteste Eisenbahnstrecke Hessens, die Carls-Bahn. Sie bleiben jedoch auf der Teerstraße und erreichen kurz darauf den historischen Bahnhof Hümme mit einem An-schluss des Nahverkehrs-Verbundes und einem Lockschuppen, der derzeit ausgebaut wird.
Auf dem Tiefenweg gehen Sie am Bahnhof vorbei und biegen am Ende der Straße nach links ab. Sie überqueren die Hauptstraße und laufen auf der Brückenstraße weiter bis zur Essestraße. In diese biegen Sie nach links ein und kommen am ersten der beiden empfehlenswerten Gasthäuser Hümmes vorbei -„ Zum Löwen“. An der Hauptstraße biegen Sie nach rechts ab und folgen dieser und passieren dabei das Gasthaus „ Zum Stern“. An schön restaurierten Fachwerkhäusern vorbei laufen Sie über die Essebrücke und biegen hinter der Bushaltestelle nach links ein. Hier sehen Sie eine Hinweistafel zum Landgraf-Carl-Kanal. Der exakt gerade verlaufende Weg bis Stammen, parallel zum Bachlauf der Esse, entspricht dem Verlauf des historischen Kanalprojekts aus dem 18. Jahrhundert. Die hohen Uferwälle sind Reste des Kanals. 1710 wurde ein Kanal von der Weser (Bad Karlshafen) zur Fulda in Kassel und weiter zum Rhein geplant. Er sollte die Stadt Hann. Münden mit ihren Stapelrechten und hohen Abgaben zur Residenzstadt Kas-sel umgehen. Erstes Bauwerk war das Hafenbecken in Bad Karlshafen, dann folgte in Trendelburg eine Schleuse, die mit einem Bootsmodel an der Mühle zu besichtigen ist. Der Frachtverkehr war bis Hümme einige Jahre in Betrieb, wurde dann aber 1730 mit dem Tod des Landgrafen eingestellt.
Vor Stammen befindet sich eine weitere Infotafel zum Thema. Sie biegen hier nach rechts an einem Findling ab, an dem ein historisches Ortsschild angebracht ist. Die Sandssteinmauern umgeben das Schloss der Familie von Pappenheim, heute ein Alten-heim. Am Schloss vorbei gelangen Sie zum Hofgut Stammen. Hier können Sie einkehren, zu einer Kanutour auf der Diemel aufbrechen oder restaurierte antike Möbel erwerben. Wer es rustikal mag, der nächtigt im Strohtel.
Nach diesem kleinen Abstecher wandern Sie die Schloßstraße weiter bis zur Kreuzung Gartenstraße in die Sie nach links einbiegen. Das Bürgerhaus lädt zum Essen und Ver-weilen einl. Diesem Weg folgen Sie nun (ca. 20 min.) bis zu einer Birkenallee, in die Sie nach links abbiegen. Sie überqueren die Diemel auf einer kleinen Brücke und folgen dem Fluss nach rechts bis Sie zum alten Wehr mit Fischtreppe gelangen. An heißen Sommer-tagen wird hier gebadet.

Ein schmaler Weg, eine Zweete, führt hier links hoch zur Altstadt. Sie erreichen einen Aussichtspunkt, Ludwigslust, gehen an diemelsächsischen Fachwerkbauernhäusern in der Straße „Altes Tor“ zum historischen Rathaus mit Sonnenuhr, Elle und gotischem Tor. Neben dem Rathaus befindet sich die im Sommer geöffnete Ev. Kirche mit Fresken aus dem Mittelalter. In der Straße „Am Brunnen 6“ soll-ten Sie sich das Ritualbad in mittelalterlichen Gewölben zeigen lassen (Bitte in der Tourist-Info melden). Entlang des Weges sind Laternen mit Scherenschnitten aus den Märchen der Brüder Grimm und Trendelburger Sagen zu sehen. Besonders abends kommen die Motive gut zur Geltung. Die Straße „Zur Burg“ führt zum Ziel der heutigen Wanderung: der mächtigen Trendelburg mit dem Rapunzelturm. Wer weiß, vielleicht lässt Rapunzel für Sie ihr Haar herunter? Versuchen Sie es doch einmal mit „Rapunzel, Rapunzel lass dein Haar herab!“ Die Burgterrasse und Restaurant laden zum Verweilen ein, und bei einer Führung erfahren Sie mehr zu ihrer Geschichte.

Infos/Kontakt

Märchenlandweg/Deutsche Märchenstraße e.V.:
Kurfürstenstraße 9
34117 Kassel
Tel: 05 61/92 04 79 – 10
Fax: 05 61/92 04 79 – 30

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Streckendaten
Schwierigkeit Normal
Länge 15,8 km
Dauer 5 Std.

 

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