Märchenlandweg Etappe 26: Sababurg – Bad Karlshafen

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Wandern auf dem Märchenlandweg Streckenbeschreibung Nr. 26

Sababurg – Gottsbüren – Bad Karlshafen

Start: Eingangstor zur Sababurg

Die heutige Wanderung auf dem Märchenlandweg beginnt auf der weltweit als „Dornröschen-schloss“ bekannten Sababurg, im Herzen des Reinhardswaldes. Nutzen Sie die Gelegenheit zu ei-ner Burgbesichtigung und lassen sich von Ihrem Prinzen wachküssen, bzw. erlösen Sie Ihre Prin-zessin aus dem Dornröschenschlaf…

Auf der Sababurg können Sie märchenhaft Hochzeit feiern, den Rosengarten bewundern oder im Sababurg-Theater ein Theaterstück ansehen. Vom Eingangstor der Burg aus laufen Sie den Fußweg hinab, der unterwegs einen scharfen Knick nach links macht und bis zur Tierparkmauer führt. An der Straßenkreuzung nach Gottsbüren angelangt überqueren Sie die Straße und folgen ihr für einige Meter in Richtung Gottsbüren. Dann biegt ein Waldweg nach links ab und führt leicht bergab ins Donnerbachtal. Zu Ihrer Linken, auf der anderen Bachseite, erblicken Sie die Sababurger Mühle.

Sie wandern weiter durch den Wald bis zu dessen Rand. Von dort aus bietet sich Ihnen ein weiter Blick über die Felder auf die Hochebene der Großen Beckerseite und schräg rechts zu den Höhen des Sollings auf der anderen Weserseite. Nun wandern Sie geradeaus durch die Felder, hinauf auf die „Große Beckerseite“ (281m), überqueren diese und laufen dann geradeaus und leicht bergab, bis vorbei am Gottsbürener Sportplatz, der sich in einem kleinen Wäldchen zu Ihrer Rechten befindet.

Am Ende des Wäldchens wählen Sie den befestigten Weg nach rechts, so dass Sie es umrunden. Diesem Weg folgen Sie, bis Sie an eine T-Kreuzung gelangen. Dort biegt der Märchenlandweg nach links ab und führt dann hinab bis zur Sababurger Straße in Gottsbüren. Diese überqueren Sie, folgen Ihr ein Stückchen nach links und biegen dann rechts in den Pilgerweg ein, der Sie bis zur impo-santen Wallfahrtskirche aus dem 14. Jh leitet, die Sie besichtigen sollten. Da sind Sie einer wundersamen Geschichte auf der Spur: Gottsbüren war im 14. Jahrhundert ein Wallfahrtsort. Im Wald hatte man 1329 (angeblich) den unverwesten Leichnam Christi gefunden. Die Kunde von diesem „Wunder“ lockte Scharen von Pilgern herbei. Daraufhin ließ der Erzbischof von Mainz zu ihrem Schutz die Sababurg bauen, damals aufgrund ihrer zapfenförmigen Türme Zappenburg genannt.

In Gottsbüren errichtete man die große Wallfahrtskirche, ein schönes Werk der Gotik (Baubeginn: 1331) mit sehenswerten Wandfresken. Näheres zur Geschichte können Sie der Infotafel am „Pranger“ – direkt am Kirchenparkplatz oder dem Kirchenführer zur Wallfahrtskirche entnehmen. Dann laufe Sie weiter bis zur Hofgeismarer Straße und überqueren diese. Der Weg verläuft ein kurzes Stück geradeaus und biegt dann nach links ab, nun kontinuierlich ansteigend bis zum Orts-ausgang und weiter durch Wiesen und Felder bis zum Waldrand. Drehen Sie sich hier um und blicken zurück, bietet sich ein guter Ausblick zurück auf Gottsbüren, und dahinter, hinter einem kleinen Waldstück, lässt sich die Sababurg erahnen. Durch das Tor eines Wildgatters betreten Sie nun den dichten, sagenumwobenen Reinhardwald, den Sie erst wieder nach ca. 1,5 Std., kurz bevor Sie Bad Karlshafen erreichen, verlassen. Sie wandern ca. 100 m geradeaus und biegen an einer Kreuzung nach rechts ab.

Kurz darauf überquert der Märchenlandweg die K75. Hier befindet sich ein Gedenkstein für im Krieg ums Le-ben gekommene Forstleute. Es geht nun recht steil bergab, bis zu einem Bach, der Landbecke. Nachdem Sie diese überquert haben, wandern Sie weiter über die Buckel der mittelalterlichen Hochäcker. Dann queren Sie erneut einen Bach, den Finkenbruchsgraben. Auf der anderen Seite geht es auf dem rechten Weg weiter, einem reizvollen natürlichen Waldpfad, der Sie durch dichten Buchen-, Eichen-, Lärchen- und Fichtenwald führt. Der Weg ist abwechselnd mit Gras oder Nadeln bedeckt und gut markiert. In diesem Bereich befinden sich Hügelgräber an den Hohlwegen der al-ten Königsstraße, die vom Königshof in Kassel über Immenhausen nach Helmarshausen bzw. Lip-poldsberg, von der Fulda bis zur Weser führte und noch bis ins 18. Jh. genutzt wurde.

An einer Wegekreuzung biegt der Märchenlandweg scharf nach links ab und führt bis zur K75, die Sie erneut überqueren. Hier befindet sich ein Wanderparkplatz. Auf der anderen Straßenseite an-gekommen, wählen Sie den rechten, befestigten Waldweg, der in einer Rechtskurve verläuft. Nach ca. 1km biegt der Märchenlandweg links in einen kleineren Weg ein, der sich durch den Wald schlängelt. Dabei kommen Sie an der Schutzhütte „Königsberg“ vorbei, an der Sie sich ein Päuschen genehmigen können. Auf dem Märchenlandweg wandern Sie nun an der Hanglinie ent-lang oberhalb der Diemel, deren Anblick Ihnen allerdings verborgen bleibt. Einen guten Ausblick bietet sich Ihnen dann aber am Aussichtspunkt Falkenhorst, wo bis ca. 1964 Falken brüteten. Von hier aus haben Sie eine wunderschöne Aussicht auf den Stadtteil „Diemelhöhe“ Bad Karlshafens und auf die Krukenburg (romanische Kirchenburg-Ruine), die oberhalb der Klosterburgstadt Hel-marshausen liegt

. Die Krukenburg spielt eine wichtige Rolle in den Sagen rund um die, für den Reinhardswald typi-schen Riesinnensagen. In der ersten Version dieser Sagen lebte hier der Riese Kruko mit seinen drei Riesentöchtern Saba, Brama und Trendula – solange, bis die „böse“, heidnische Schwester Trendula die anderen beiden Schwestern vertrieb, die daraufhin die Sababurg und die Bramburg (auf der anderen Weserseite) errichteten. In der zweiten Fassung ist Kruko, der Herr der Kruken-burg, ein böser Zauberer, der die Heilerin Trendula mit einer List zur Heirat zu zwingen versucht. Ob es ihm gelang?

Lassen Sie sich die Sage in Bad Karlshafen erzählen! Vom Aussichtspunkt Falkenhorst geht es dann stetig bergab und aus dem Wald heraus, bis hinein in die Barockstadt Bad Karlshafen.

Der Märchenlandweg führt Sie über den Lutherplatz mit der 1883 gepflanzten Luthereiche und an der evangelischen Stephanuskirche vorbei, dann nach rechts über ein kleines Brückchen, bis zum Rathaus am historischen Hafenbecken. Landgraf Carl zu Hessen beschloss Anfang des 18. Jh einen Kanal von Bad Karlshafen bis Kassel zu bau-en, um die Stadt Hann. Münden mit ihren, durch das Stapelrecht bedingten hohen Abgaben zu umgehen. Erstes Bauwerk war besagtes Hafenbecken. Bis Trendelburg – Stammen sollte der Kanal auf der Diemel verlaufen, danach wurde mit Ausschachtungs-arbeiten begonnen, deren Verlauf zwischen Stammen und Hümme noch zu sehen ist. Das Projekt wurde mit dem Tod des Landgrafen abgebrochen – die Schifffahrt auf der Diemel erwies sich als zu kompliziert – es war einfacher, die Waren auf dem Landwege zu transportieren.

Auf dem Hafenbecken finden beim jährlichen Hugenottenfest historische Darbietungen statt, die an den Ursprung der zur Ansiedlung von Glaubensflüchtlingen erbauten Stadt erinnern. Das Rathaus Bad Karlshafens ist wie alle Gebäude im Stadtkern aus Stein erbaut und weiß getüncht. In der Eingangshalle können Sie ein Modell der auf dem Reißbrett entwor-fenen Stadt Bad Karlshafen betrachten und sich in der Tourist- Information über Sehens-würdigkeiten und Veranstaltungen beraten lassen.

Infos/Kontakt

Märchenlandweg/Deutsche Märchenstraße e.V.:
Kurfürstenstraße 9
34117 Kassel
Tel: 05 61/92 04 79 – 10
Fax: 05 61/92 04 79 – 30

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Streckendaten
Schwierigkeit Normal
Länge 13 km
Dauer 42494 Std.

 

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