Märchenlandweg Etappe 29: Zierenberg – Herkules

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Wandern auf dem Märchenlandweg Etappe 29
Zierenberg – Ehlen – Dörnberg – Herkules
Start: Marktplatz Zierenberg
Start der heutigen Wanderung auf dem Märchenlandweg ist der Marktplatz des Fachwerkstädtchens Zierenberg. Bevor Sie sich per pedes auf die Reise machen, sollten Sie einen Blick in die gotische Stadtkirche (erbaut 1293) mit ihren Kalk-Secco-Malereien aus dem 14. und 15. Jh. werfen. Auf dem Marktplatz Zierenbergs befindet sich außerdem das sehenswerte historische Rathaus: Hessens ältestes noch erhaltenes Fachwerkrathaus, erbaut 1450. Vom Marktplatz aus laufen Sie die Mittelstraße entlang. Das Haus mit der Nummer 39 stammt aus dem Jahre 1562 und ist damit das älteste Fachwerkhaus Zierenbergs.
Daneben, am Platz des Hauses mit der Nummer 41 stand ehemals die Synagoge. Eine Gedenktafel am Haus erinnert an sie. Den historischen Stadtkern verlassen Sie an der Mittelstraße / Ecke Lange Straße. Sie passieren die Stadtmauer durch das „Obertor“. Der Märchenlandweg führt sie dann durch die Ehlener Straße, am Jüdischen Friedhof vor dem Haus Nr. 7 vorbei. Auf der Altenhasunger Straße mit ihren unter Naturschutz stehenden Linden verlassen Sie Zierenberg.
Sie wandern gen Süden auf einem anfangs noch befestigten Feldweg durch Felder und Wiesen. Sie passieren die Chattensteine, eine markante Basaltfelsformation. Vermutlich handelt es sich dabei um eine alte chattische Kultstätte. Die Chatten waren ein Volksstamm, der rund um Kassel siedelte und als Vorfahren der Hessen gilt.

Nun überqueren Sie einen Bach und gelangen zum Gehöft „Wichmansen“. Auf der anderen Seite der Autobahn erblicken Sie nun den Großen Bärenberg, zu Ihrer Linken in ca. 3 km den Hohen Dörnberg, der trotz der Entfernung die Szenerie beherrscht. Der Märchenlandweg führt weiter geradeaus. Nach ca. 2km, in Höhe des Rohrbachs, erreichen Sie die Stelle an der früher das Dorf Rohrbach stand. Das Dorf fiel bereits Ende des 14. Jahrhunderts wüst – die Einwohner siedelten nach und nach in die Stadt Zierenberg über.
Der Märchenlandweg verläuft nun in einem leichten Linksbogen und führt Sie dann in ein kleines Waldstück hinein. An dem Bach biegen Sie nach links ab, folgen seinem Lauf und kurz darauf dem des Waldrands. Schräg rechts vor sich erblicken Sie bereits den Baumgürtel, der sich um den Teich des Guts Bodenhausen erstreckt. Nachdem Sie ca. 1km am Waldrand entlang zurückgelegt haben, erreichen Sie die L 3220, der Sie ca. 500m folgen – bis Sie an das Gut Bodenhausen gelangen. Sie sollten einen kurzen Abstecher bis zum liebevoll renovierten Torbogenhaus machen. (Leider müssen Sie dazu der sehr kurvigen und unübersichtlichen Landstraße folgen – bitte seien Sie vorsichtig!)

Der Märchenlandweg geht auf der anderen Straßenseite weiter – ein Stückchen führt der geteerte Feldweg geradeaus, dann, nach ca. 100 m, biegt der Märchenlandweg nach rechts ab und kreuzt die Warme. Eine Sitzgruppe lädt zur Rast ein. Gen Nord-Westen haben Sie einen guten Blick auf den Dörnberg. Weiter geht es auf ein Wäldchen zu, das Sie rechts herum ein Stückchen umrunden. Am Westrand des Waldstücks befindet sich der Habichtsstein, ein Basaltfelsen. Die Warme fließt daran vorbei – im Mittelalter standen in diesem Bereich zwei Mühlen. Bei der nächsten Wegekreuzung wenden Sie sich nach rechts und queren den kleinen Fluss erneut. Dann biegt der Märchenlandweg nach links ab, so dass Sie nun genau auf Ehlen zumarschieren. Wenn Sie unterwegs einen Gürtel finden, so seien Sie vorsichtig und tun ihn sich nicht um: Er könnte Sie in einen Werwolf verwandeln, so wie es in alten Zeiten mit einem Mann aus Ehlen geschah…
Sie überqueren die Warme erneut, diesmal auf der alten Warmebrücke. Auf dem Habichtssteiner Weg wandern Sie in das Fachwerkdorf Ehlen hinein. Diesem Weg folgen Sie bis zur Kasseler Straße, die Sie queren. Auf der anderen Seite geht es geradeaus weiter auf dem Steinweg bis zur Ehlener Kirche mit dem Wehrturm aus dem 12. Jh. Auf dem Weg dorthin kommen Sie am Steinhaus „Steinscheuer“ aus dem 11. Jahrhundert vorbei, das als ältester Kirchenbau im Kreis gilt. Auf der Rückseite der ehemaligen Kapelle befindet sich ein Flachrelief, ebenfalls aus dem 11. Jh. Am Kirchplatz führt der Märchenlandweg links vorbei und gelangt dann in den Ritterhagen.
Der Weg ist vermutlich nach einem Hagen, einem eingezäunten Stück Land benannt, das im Mittelalter den Rittern von Hattenhausen gehörte. Weiter geht es nach links in den Brückenweg. Bei der Eisdiele angekommen wenden Sie sich nach rechts in die Kohlenstraße. Hier befindet sich nach einigen Metern auf der rechten Seite die Museumsschmiede, die nach telefonischer Anmeldung bei der Gemeindeverwaltung besichtigt werden kann.
Sie überqueren die Straße und biegen nach links in den Oderweg ein und folgen diesem bis zur Kasseler Straße. Dieser folgen Sie nun (bzw. dem Fußweg zu ihrer Rechten) über 2 km, bis nach Dörnberg hinein. Zu Ihrer Linken erblicken Sie das Waldgebiet mit den Habichtssteinen, zu Ihrer Rechten den Habichtswald, in den Sie in Kürze hineinwandern werden. Auf halber Strecke zwischen Ehlen und Dörnberg passieren Sie erst ein Naturschutzgelände, dann, in einer Rechtskurve die Wüstung des Dorfs Hattenhausen. Vermutlich siedelten die Bewohner im 14. Jahrhundert aus Sicherheitsgründen nach Ehlen um.
Kurz darauf erreichen Sie Dörnberg, das Sie der Länge nach auf der Wolfhager Straße durchwandern. Sie passieren den Alten Friedhof. Kurz nachdem Sie an der Kirche aus dem 15. / 16. Jahrhundert mit ihrem wesentlich älteren Wehrturm vorbeigelaufen sind, biegen sie nach rechts in den Horstweg ab. Führte diese Wanderung bislang ohne nennenswerte Höhenunterschiede überwiegend durch Felder und Wiesen, ändert sich das Landschaftsbild nun grundlegend. Ab jetzt werden Sie immer wieder bergauf laufen – und in Kürze betreten Sie den Habichtswald, den Sie bis zum Herkules nicht mehr verlassen.
Vom Ortsausgang Dörnbergs an wandern Sie bergauf und geradeaus auf den Wald zu. Nach dem Wanderparkplatz, vor dem Waldrand, macht der Märchenlandweg erst eine starke links und nach ca. 500 m eine starke Rechtskurve. Sie wandern über eine Lichtung, am Forsthaus Haide vorbei, bis zu dem Platz, an dem ehemals die Kaiserbuche stand. Hier biegen Sie nach links ab, überqueren die Lichtung, gelangen wieder in den Wald hinein und befinden sich schließlich oberhalb des Silbersees, ein ehemaliger Steinbruch, der nun mit Wasser gefüllt ist.
Machen Sie in jedem Fall einen Abstecher nach links, an der Grillhütte vorbei, auf dem mit II markierten Weg. Nach ca. 500 m erreichen Sie die sagenhafte Igelsburg. Dabei könnte es sich um eine frühmenschliche Siedlung oder Fliehburg gehandelt haben – sicher ist, dass sich in diesem Bereich im 13. Jahrhundert eine Töpferei befand. Wenn sie ganz still sind, hören Sie vielleicht das Scharren von Pferdehufen und das Klingen von Schwertern – der Sage nach sollen Krieger in der Igelsburg eingeschlossen sein. Finden Sie am Johannitag eine Schlüsselblume, können Sie sich auf die Suche nach dem verborgenen Eingang in den Berg machen – dort wartet ein sagenhafter Schatz auf Sie. Natürlich müssen Sie erst die Jungfrauen, die den Schatz bewachen, von ihrem Zauber erlösen…
Zurück auf dem Märchenlandweg: Dieser biegt oberhalb des Silbersees nach rechts in einen Waldweg ein, der stetig bergauf führt. Nach einer Linkskurve kreuzen Sie einen Forstweg und gelangen schließlich auf eine größere Lichtung, die Sie überqueren.
Nachdem Sie einen weiteren ausgebauten Weg gequert haben, gelangen Sie auf die großen Kalkmagerrasenflächen, die sich bis zum Herkulesdenkmal erstrecken. Diese Flächen dienen im Sommerhalbjahr als Weide für Rinder und Pferde, deshalb denken Sie daran, die Gatter zu schließen! Besonders für Kinder ist es ein einmaliges Erlebnis, sich in der Nähe der großen Tiere zu bewegen, ohne dass sich ein Zaun dazwischen befindet. Das Gelände ist von Kratern übersäht, die aus dem 2. Weltkrieg stammen und ihm ein eigentümliches Aussehen verleihen. In einem großen Bogen, am Waldrand entlang, erreichen Sie schließlich das Herkulesdenkmal, das Ziel der heutigen Wanderung.
Im Sommerhalbjahr können Sie es erklimmen – und werden mit einem sagenhaften Blick hinunter auf Kassel und rundherum auf den Habichtswald belohnt. Einen guten Ausblick hinunter auf den Bergpark, auf Schloss Wilhelmshöhe und Kassel bietet auch die Aussichtsplattform am Fuße des Herkules. Wenn Sie noch Zeit haben, steigen Sie die 535 Stufen hinab, an den Kaskaden entlang, in denen im Sommerhalbjahr mittwochs und sonntags das Wasser bei den Wasserspielen hinab schießt. Danach führen verschiedene Wege hinab bis zum Schloss Wilhelmshöhe, an denen es viele Sehenswürdigkeiten zu entdecken gibt: die als Ruine erbaute Löwenburg, das ebenfalls als Ruine erbaute Aquädukt oder die Teufelsbrücke (beides Bestandteil der Wasserspiele) oder die kleinen Tempelchen und Grotten, die über den Park verteilt sind. Erbaut wurde die Anlage größtenteils im 18. Jh. auf Antrag des Landgrafen Karl durch den italienischen Architekten Francesco Gueriero.
Nicht nur die teilweise etwas bizarr anmutenden Gebäude sind sehenswert, eine Besonderheit ist auch der Baumbestand. Hier findet man über 800 verschiedene Arten, darunter Bäume aus dem asiatischen und nordamerikanischen Raum, u. a. Mammutbäume. Am Schloss Wilhelmshöhe angekommen können Sie entweder den steilen Hügel hinablaufen, der im Winter Kasseler Kindern als Rodelhang dient, oder Sie wählen einen Weg rechts am Schloss vorbei, zum See Lac, der bei entsprechenden Minustemperaturen zum Schlittschuhlaufen einlädt und über eine beachtliche Schildkrötenpopulation verfügt. Wandern Sie links am Schloss vorbei, gelangen Sie zum Gewächshaus. Auf der anderen Seite der Wilhelmshöher Allee befindet sich das Kasseler Spielcasino. Welchen Weg sie auch wählen – über kurz oder lang erreichen Sie die Wilhelmshöher Allee. Von dort aus befördert Sie die Straßenbahn nach Kassel hinein oder auch zum Bahnhof Wilhelmshöhe.

Infos/Kontakt

Märchenlandweg/Deutsche Märchenstraße e.V.:
Kurfürstenstraße 9
34117 Kassel
Tel: 05 61/92 04 79 – 10
Fax: 05 61/92 04 79 – 30

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Streckendaten
Schwierigkeit Normal
Länge 16,5 km
Dauer 5 Std.

 

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