Saint Jean Pied de Port – Roncesvalles (Orrega)

0
706

Saint-Jean-Pied-de-Port (baskisch Donibane Garazi) ist eine Stadt mit 1477 Einwohnern (Stand 1. Januar 2009) in der französischen Region Aquitanien im Département Pyrénées-Atlantiques. Sie liegt direkt an der Grenze zu Spanien, 76 km von der spanischen Stadt Pamplona sowie 53 km von der Atlantikküste (Golf von Biskaya) entfernt, und gehört zum französischen Baskenland. Die Stadt ist Hauptort eines eigenen Kantons.

Früher trug die Stadt andere Namen, nämlich Santa Maria Cabo el Puente oder Sainte-Marie du Bout du Pont.

Der heutige Name der Stadt („Heiliger Johann am Fuße des Passes“) ist abgeleitet aus ihrer Lage am Beginn der Passstraße nach Roncesvalles/Spanien. Die Bewohner werden auf Französisch Saint-Jeannais oder auf Baskisch Garaztar oder Donibandar genannt.

In Saint-Jean-Pied-de-Port vereinigen sich die Flüsse Laurhibar und Nive d’Arnéguy mit der Nive de Béhérobie und fließen als Nive Richtung Golf von Biskaya.

Die Stadt ist ein sehr  wichtiger Ort am Jakobsweg Via Podiensis und zugleich letzte Station auf französischem Boden. Die 4 wichtigsten französischen Jakobswege fürhen hier zusammen. Der Pilgerweg setzt sich dann im Camino Francés fort, der in die Pyrenäen, über den Ibañeta-Pass, nach Pamplona und schließlich nach Santiago de Compostela führt.

Herberge für die Pilger des Jakobsweges

Die Stadt ist seit dem 12. Jahrhundert bekannt, von dieser Zeit an diente sie als Befestigung der Grenze des Königreiches Navarra. Auf dem Berg über dem Ort erhebt sich mindestens seit 1191 das Château de Mendiguren. 1329 verlieh Philipp von Navarra der Stadt das Recht, in seinen Mauern Märkte abzuhalten, wodurch sie zu einem Zentrum des grenzüberschreitenden Handels mit Spanien werden konnte.

Zwischen 1512 und 1530 war Saint-Jean-Pied-de-Port einer der Schauplätze des Eroberungsfeldzuges der Krone Aragonien gegen Navarra. Viele Verteidigungsanlagen und Häuser fielen in diesen Jahren der Zerstörung anheim. Es blieb aber einer der Hauptorte des Restkönigreiches Nieder-Navarra (frz. Basse-Navarre, bask. Nafarroa Beherea, span. Baja Navarra), das 1589 an Frankreich fiel. Seit dieser Zeit war Saint-Jean Hauptstadt der gleichnamigen baskischen Provinz, bis diese 1790 im Département Basses-Pyrénées aufging.

Ab 1625 wurde das Schloss zu einer Zitadelle umgebaut, unter Leitung des französischen Festungsbaumeisters Vauban wurden bis 1728 die Verteidigungsanlagen auch in der Stadt grundlegend umgebaut.

Sehenswürdigkeiten

Die Altstadt beiderseits der Nive de Béhérobie ist immer noch von einer Stadtmauer umgeben. Wer sich auf der Pilgerstraße von Nordosten der Stadt nähert, betritt sie durch das Jakobus-Tor (fr. Porte Saint-Jacques), das seit 1998 als Teil des Weltkulturerbe der UNESCO „Jakobsweg in Frankreich“ ausgezeichnet ist. Innerhalb der Mauern ist die Straße Rue de la Citadelle von Häusern gesäumt, deren älteste aus dem 16. Jahrhundert stammen. Noch heute gibt es hier gîtes, die traditionellen Herbergen für die Pilger. Die Häuser und Mauern sind aus rosa bzw. grauem Sandstein gebaut.

Die Porte Notre-Dame führt durch den Fuß des Turms der gleichnamigen Kirche hinaus auf die Brücke über die Nive. Auf beiden Seiten des Flusses stehen die mittelalterlichen Häuser direkt am Ufer, ihre Holzbalkone erstrecken sich über das Wasser. Noch vor der Brücke, aber außerhalb der Mauern führt ein Fußweg, der chemin de ronde hinauf zur Zitadelle. Diese ist mit vier Bastionen in alle Richtungen gesichert, zu Stadt hin gibt es weitere Mauern, von denen aus Straße und Stadttore mit Kanonenfeuer belegt werden konnten.

Jakobsweg (Via Podiensis, Camino Francés)

Saint-Jean-Pied-de-Port markiert den Endpunkt des französischen Jakobsweges Via Podiensis und der 3 anderen französischen Jakobswege und den Beginn des Camino Francés, der für den restlichen Weg nach Santiago de Compostela steht.

Für Jakobspilger ist es zugleich Ausgangspunkt für die Pyrenäenüberquerung. Für den Aufstieg zum Ibañeta-Pass wird mehrheitlich die Route Napoleon genutzt, im Winter und bei schlechtem Wetter wählen viele Pilger den Weg über Valcarlos entlang der Straßenverbindung D933 – N135.

Beide führen zum Augustinerkloster in Roncesvalles, der ersten Pilgerstation auf spanischem Boden. Saint-Jean-Pied-de-Port bietet mehrere Pilgerherbergen (Gîte d’étape), Hotels und Privatzimmer (Chambre d’hôtes), außerdem gibt es eine Touristeninformation, einen Campingplatz, sowie einen Bahnhof der SNCF.

PDF OVL GPS KML Drucken
Streckendaten
Schwierigkeit Normal
Länge 24,3 km
Dauer 8 Std.

 

PDF OVL GPS KML Drucken

eGoTrek folgen

133FollowerFolgen
11,721FollowerFolgen
716FollowerFolgen
23,738AbonnentenAbonnieren