UNESCO-Welterbe: Karolingisches Werk und Civitas Corvey

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Die Gründung des Klosters Corvey steht im Zusammenhang mit der lebenslangen Auseinandersetzung Karls des Großen mit den Sachsen. Als diese endlich bezwungen waren und dauerhaft in den fränkischen Kulturkreis eingegliedert werden sollten, sollten unterschiedliche Mittel zu diesem Ziel führen. Neben Heiratspolitik und Erziehung von Sprössligen adeliger Sachsen in fränkischem Umfeld sollte auch die Chrisianisierung der heidnischen Sachsen voran getrieben werden. Nicht ohne Absicht wurde als Standort ein Platz tief in Hethis ausgesucht, dem Kerngebiet des unterworfenen Sachsenvolkes.

Zu diesem Zweck wurde, als Ausgründung der Abtei Corbie an der Somme (Corbeia Aurea), an der Weser das Kloster Corvey (Corbeya nova) konzipiert. Die Umsetzung dieser Idee erfolgte allerdings nicht mehr zu Karls Lebzeiten. Erst unter der Regentschaft Ludwigs des Frommen wurde 815 oder 816 die Gründung des „neuen Corbie“ durch den Abt des „alten Corbie“, Adalhard und dessen Halbbruder Wala, ein Vetter Karls, in die Tat umgesetzt. Um dem Kloster von vornherein eine gute materielle Basis zu verschaffen, wurde es reich mit königlichen Schenkungen und – freiwilligen (?) – Güterübertragungen des sächsischen Adels ausgestattet.

Die hohe Bedeutung, die das Kloster im 10. und 11. Jahrhundert hatte, ging nach der Karolingerzeit allmählich verloren. Im Dreißigjährigen Krieg wurde Corvey erheblich beschädigt, die umfangreiche Bibliothek wurde vernichtet, und die Mönche mussten sich zeitweise in der Stadt Höxter in Sicherheit bringen. Nach dem Westfälischen Frieden 1648 wurde die zerstörte Anlage in einem romanisierenden Baustil neu errichtet, lediglich das Westwerk blieb in seiner ursprünglichen Konzeption erhalten. 1803 wurde das Fürstbistum durch den Reichsdeputationshauptschluss aufgehoben und später säkularisiert.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Klosteranlage aufwändig restauriert. Nach mehreren Anläufen wurde Corvey 2014 in die Weltkuturerbeliste aufgenommen. Natürlich haben die Mönche nicht darauf verzichtet, auch in diesen recht nördlichen Breiten den Weinanbau zu versuchen. Und so gibt es, neben Pilgerwegen wie dem Jakobsweg, auch einen ökumenischen Weinpfad.

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