UNESCO-Welterbe: Römerbauten, Dom und Liebfrauenkirche in Trier

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Trier ist die älteste Stadt in Deutschland. „Augusta Trevorum„, benannt nach dem in der Region ansässigen Stamm der Treverer, wurde im Jahre 16 v. Chr. durch die „Besatzungsmacht“ der Römer gegründet. Allerdings gibt es eine Sage, wonach die Stadt bereits 1300 Jahre vor der Entstehung Roms durch den Sohn des Assyrerkönigs Ninus, Trebeta mit Namen, geschaffen worden sein soll. Wahrscheinlich eine schöne Legende… In der Römerzeit entwickelte Trier sich prächtig, wie noch heute an den überresten derer Bauwerke abzulesen ist. Wohl bereits in der zweiten Hälfte des dritten nachchristlichen Jahrhunderts wurde als erster Bischof Eucharius mit der Betreuung der sicher noch kleinen Christenherde betraut, was insofern erstaunlich ist, als das Christentum erst später (jedenfalls nicht vor 312) „römische Staatsreligion“ wurde.

An römischen Bauwerken ist zunächst natürlich das weltbekannte schwarze Tor zu nennen, die „Porta Nigra“. aber auch das Amphitheater, die Kaiser- und Barbarathermen oder die Konstantinbasilika verweisen in die Zeit der „Roma Secunda„. Die Hohe Domkirche zu Trier stammt in ihrer Anlage tatsächlich aus der Zeit Konstantins des Großen, also frühes viertes Jahrhundert. Mehrfach wurde das Gotteshaus zerstört und jedesmal ein bißchen prächtiger wieder aufgebaut, so z. B. von Franken (Merowinger?) oder von Wikingern. Barocke Verzierungen wurde dem Bauwerk glücklicher Weise Ende des 19. Jahrhunderts wieder entfernt und durch spätromanische Elemente ersetzt, die seiner Genese eher entsprechen. Auch an der Statik musste erheblich nachgearbeitet werden, weil die Eichenpfähle, auf denen Teile ruhen, durch die Senkung des Grundwasserspiegels ihre Stabilität verloren hatten. Moderne Technik mit verborgenen Druck- und Zugvorrichtungen hält heute das Gemäuer zusammen.

Die mit dem Dom durch eine Kreuzgang verbundene Liebfrauenkirche gilt neben der Elisabethkirche in Marburg als älteste gotische Kirche Deutschlands. Baubeginn war Anfang des 13. Jahrhunderts, und als der Kölner Dom begonnen wurde, war sie in wesentlichen Teilen bereits fertig gestellt. Erst in jüngster Zeit wurde das Gotteshaus sehr aufwendig restauriert und steht seit September 2011 wieder dem Besucher offen.

Wenn auch heute Trier nicht mehr die zentrale Bedeutung hat wie zur Römerzeit, führen doch – ähnlich Rom – viele Wege dorthin. So z. B. der Moselsteig, ein Wander- und Radweg entlang dieses lieblichen Flusses. Auch von den zahlreichen Kapillaren, die auf deutschem Boden zum Jakobsweg leiten, führt eine an der alten Stadt vorbei. An der Porta Nigra angekommen, führt unser Spaziergang an Liebfrauenkirche und Dom vorbei, die Konstantin-Basilika nebst Kurfürstlichem Palast und -Garten passierend, über die Kaiserthermen zum Amphitheater.

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Streckendaten
Schwierigkeit Normal
Länge 2,5 km
Dauer 1 Std.

 

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