Madrid: Kultureller und kulinarischer Brennpunkt Spaniens

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Madrid ist mit 3,2 Millionen Einwohnern die drittgrößte Metropole der Europäischen Union und lockt jährlich unzählige Touristen an. Kein Wunder, denn zahlreiche Sehenswürdigkeiten, die von einer tiefreichenden spanischen Vergangenheit zeugen, sowie lebhafte Viertel und die Madrilenische Küche machen die Hauptstadt Spaniens zu einem der sehenswertesten Plätze der Welt.

Madrid PanoramaCentro

Wie der Name schon erraten lässt, ist Centro das Zentrum und gleichzeitig der älteste Stadtteil von Madrid, der geradezu zu einer Entdeckungsreise durch die wirren Straßen, versteckten Gassen und imposanten Plätzen anregt. Die Besucher werden an jeder Ecke, ob Tag oder Nacht, eine Überraschung antreffen. Ein absolutes Highlight des Stadtteils ist dabei der Königliche Palast. Obwohl das imposante Bauwerk noch in Besitz der königlichen Familie ist, wird es nur für offizielle Zwecke benutzt, weshalb die Türen jeden Tag für Besucher eröffnet werden.

Zum Pflichtprogramm gehört auch der Platz Puerta Del Sol. Hier befindet sich der Null-Kilometerstein, der Startpunkt der sechs Hauptnationalstraßen Spaniens, die sich von dort aus sternenförmig über das gesamte iberische Festland ausbreiten. Das Stadtzentrum selbst lässt sich in zahlreiche interessante Viertel unterteilen, die alle durch verschiedene charakteristische Merkmale herausstechen und Besuchern abwechslungsreiche Stunden in Madrid versprechen.

Barrio de Las Letras/Huertas

Eines dieser Viertel ist Barrio de Las Letras bzw. Huertas. Hier lebten im 17. Jahrhundert die bedeutendsten Schriftsteller der spanischen Literatur. Darunter auch Miguel de Cervantes, der Autor des Klassikers „Don Quixote“, der zudem das iberische Spiel „Veintiuna“ in seinen Werken festhielt. Ein weiterer wichtiger Name aus dem Bezirk war der Dichter und Lebemann Lope de Vega, der zur Entwicklung des spanischen Dramas maßgeblich beitrug. Auch der berühmteste spanische Dichter aller Zeiten Luis de Góngora, der die Stilrichtung „Culteranismo“ gründete, wählte das Viertel zu seinem Wohnsitz. Madrid weiß seine Literaten zu schätzen und ziert die Straßen von Huertas mit dessen Namen und Zitaten.

Weiterhin zählt der Stadtteil zu den Lieblingsplätzen für Personen, die eine Vorliebe für Kunst und Antiquitäten haben. Hier findet man zahlreiche Bücherläden, Kunstgalerien und Geschäfte, die Antiquitätenhandel betreiben. Wünscht man sich ein ausgefallenes Souvenir, ist man in Huertas genau richtig. Wer den Tag mit Live-Musik ausklingen lassen will, sollte einen Blick in die abgelegenen Gassen des Viertels werfen. Kleine Bars mit leckeren Cocktails und guter Musik versprechen einen gemütlichen Abend ganz im lokalen Flair.

Statue von Don Quijote in Madrid

Lavapiés

Lavapiés befindet sich im Südosten der Innenstadt. Seit jeher war der mittelalterliche Stadtteil ein Treffpunkt für unterschiedliche Kulturen, was sich heute in der gastronomischen Vielfalt widerspiegelt. Von traditionellen spanischen Spezialitäten bis hin zu asiatischen Delikatessen ist hier alles, was das Gourmetherz begehrt, zu finden. Das senegalesische Bao Bab und das libanesische Habibi, sind die ältesten Restaurants von Lavapiés und mit Sicherheit einen Besuch wert.

Mit drei verschiedenen Museen beherbergt der Stadtbezirk zudem die Kunstmeile von Madrid. Kunstliebhaber können hier die bekanntesten Werke von Dalí, Miró, Juan Gris und Picasso besichtigen. Kauft man die Eintrittskarte Paseo del Arte, hat man Eintrittsrecht für alle drei Kunstaustellungen.

La Latina

Ähnlich wie das Nachbarviertel Lavapiés, verspricht La Latina mit seinen engen und ungeordneten Straßen sowie Steinhäusern im hellen Gelb, Blau und Rosa eine mittelalterliche Atmosphäre. Gleichzeitig besitzt es eine eigene Dynamik, die von jungen Spaniern durch zahlreiche Bars, Geschäfte, Büros und Startups angekurbelt wird, so dass Traditionen und die neuesten Trends in perfekter Harmonie nebeneinander bestehen.

Das Highlight von La Latina ist der El Rastro Flohmarkt, der jeden Sonntag und an bestimmten Feiertagen stattfindet. Mit über 3000 Ständen erstreckt er sich über zahlreiche verwinkelte Gassen bis nach Lavapiés und bietet den Touristen ein breites Angebot von Antiquitäten, Kunstwerke, Secondhand-Waren und Kleidung. Auch wenn kein Einkauf geplant ist, sollte man El Rastro trotzdem einen Besuch abstatten. Denn das kunterbunte Treiben sollte nicht verpasst werden.

Malasaña

Malasaña liegt abseits der bekannten Touristenrouten, ist aber ein absolutes Muss für kreative Köpfe und Kunstliebhaber. Hipsters an ihren Laptops oder Künstler, die gemütlich skizzieren, sind genauso ein Teil des Stadtbildes wie Marktstände und Secondhand-Läden. Abends ist es ein beliebter Treffpunkt für Studenten und Reisende, die in den Bars neue Kontakte knüpfen und Ideen austauschen. Besonders beliebt sind Restaurants mit den Terrassen und Rooftops, die eine wunderbare Aussicht auf Madrid versprechen, während man die kulinarischen Spezialitäten der Stadt genießt.

Die beschriebenen Viertel sind nur ein Bruchteil dessen, was Madrid seinen Gästen anbietet. Sind längeren Reisen geplant, sollte man auf jeden Fall einen Blick in die abgelegenen Stadtbezirke werfen. Dazu befinden sich in der Nähe von Madrid einige Ortschaften wie Aranjuez oder Segovia, die sich in der UNESCO-Liste für Weltkulturerbe befinden und Besucher mit ihrer Schönheit in Erstaunen versetzen.