Die Schlacht im Hürtgenwald: Dritter Akt – Die Allerseelenschlacht – 6. November 1944

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Während der Ereignisse in Schmidt und Kommerscheid waren die Kämpfe auf der Vossenacker Seite weiter gegangen. Das Dorf war keineswegs sicher in amerikanischer Hand, sondern bildete eine höchst ungewisse Ausgangsbasis für Vorstöße auf die gegenüber liegende Seite des Kalltals. Einigermaßen sicher war lediglich Germeter (heute ein Ortsteil von Vossenack), von wo aus sowohl die Angriffe in Richtung Schmidt wie auch nach Nordosten nach Hürtgen koordiniert wurden.
Die GIs auf dem Bergrücken von Vossenack waren daran gewöhnt, jeden Morgen vor Sonnenaufgang pünktlich von der deutschen Artillerie mit einem Geschosshagel eingedeckt zu werden. Als dieser am frühen Morgen des 6. Novembers ausblieb, waren viele amerikanische Soldaten in ihren Stellungen um Vossenack so verunsichert, dass sie begannen, in kleinen Trupps in die relative Sicherheit des Dorfs zurück zu schleichen. Plötzlich war Gewehrfeuer zu hören, ein einzelner, duch Mark und Bein gehender Schrei, dann wieder Stille. Erst eine halbe Stunde später, als das Tageslicht allmählich zunahm, setzte das deutsche Artilleriefeuer ein und trommelte auf den Höhenrücken nieder, begleitet von Gewehrschüssen.
Das reichte den Soldaten der G-Kompanie. Das Gerücht von einem deutschen Angriff, der nicht zu stoppen wäre, machte blitzschnell die Runde. Viel schnappten sich voller Panik ihre Aurüstung und verschwanden in Richtung Dorf und Germeter. Wie eine Lawine rissen die Fliehenden immer mehr Kameraden mit. Der Kompanieführer der F-Kompanie, die sich am Rand von Vossenack fest gesetzt hatte, fürchtete um die Sicherheit seiner Leute, weil deren Flankenschutz abhanden gekommen war, und befahl den Rückzug zu den Gebäuden. Dort allerdings kam die Bewegung nicht zum Halten, sondern die allgemeine Flucht hatte auch diese Soldaten erfasst, glaubten doch alle an einen deutschen Angriff. Schließlich erfasste die Panik alle amerikanischen Truppen auf dem Vossenacker Rücken, und auch die Offiziere hatten keine Chance, die heillose Flucht durch die Straßen des Dorfes aufzuhalten. Tatsächlich hatte kein deutscher Angriff statt gefunden!
Die meisten Panzer und Panzerjäger, die sich in und um Vossenack befunden hatten, setzten sich mangels Infanteriedeckung ebenfalls Richtung Germeter ab. Ein Offizier, Cpt. West, wollte das Blatt wenden und einen Gegenangriff starten. Während er mit einem anderen Hauptmann von Turm zu Turm die Lage erörterte, kamen sie unter feindlichen Artilleriebeschuss, der West das Leben kostete. Noch bevor der Vormittag des 6. Novembers zu Ende war, hatten die Amerikaner ohne objektiven Grund Vossenack geräumt.

In dieser Lage wurden die um Vossenack arbeitenden Pioniere von ihren Aufgaben abgezogen und – nach einer Reihe sich z. T. widersprechenden Anweisungen – mit dem Auftrag ins Kalltal geschickt, die Kallbrücke zurück zu erobern. Die Gefechte dort kosteten die Pioniereinheiten bis zum nächsten Morgen die Hälfte ihrer Leute.

Auch auf der anderen Seite der Kall wurde weiter gekämpft. Deutsche Panzer beschossen vom Ortsrand von Schmidt die in Kommerscheid verschanzten Amerikaner und töteten einige von ihnen. Die wenigen amerikanischen Panzer boten nur geringen Schutz, und als auch von der anderen Kallseite deutsches Artilleriefeuer eröffnet wurde, glaubte sich manch einer umzingelt.

Ein Zeitzeugenbericht

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Streckendaten
Schwierigkeit Normal
Länge 8,5 km
Dauer 3 Std.

 

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