Die Schlacht im Hürtgenwald: Dritter Akt – Die Allerseelenschlacht – 9. bis 11.November 1944

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In der Nacht zum 9. November 1944 verschlechterte sich das Wetter weiter: der kalte Regen wurde zu Schnee! Die Erste-Hilfe-Station neben dem Kall Trail konnte nicht mehr darauf hoffen, dass motorisierte Unterstützung käme, und deshalb gegannen die ärzte und Sanitäter, ihre eigene Evakierung vor zu bereiten. Etwas weiter oberhalb fanden sie zwei verlassene Zweieinhalbtonner, zu welchen die Patienten getragen wurden. Außerdem fanden sie noch einen „Weasel“, eine offenes Kettenfahrzeug, mit zerschossenem Tank, das aber benutzt werden konnte, vorausgesetzt, man goss ständig Benzin nach.

Ein anderer Mediziner, Major Berndt, Chirurg der 112. Infanterie, glaubte, dass in Kommerscheid noch Vewundete wären, die es zurück zu bringen galt. Im Kalltal traf er auf Deutsche, die ihm klar machten, dass außer in der Erste-Hilfe-Station neben dem Kall Trail keine weiteren Hilfsbedürftigen mehr in diesem Gebiet waren. Man vereinbarte eine fragilen Feuerpause, weil der deutsche Offizier wegen Kommunikationsproblemen mit der deutschen Artillerie nicht für deren Stillhalten garantieren konnte.

Inzwischen begann die Evakuierung auf der Höhe Richtung Vossenack, als ein deutscher Hauptmann mit zehn Soldaten auftauchte. Offenbar in Unkenntnis des im Tal vereinbarten Waffenstillstandes wollte er lediglich schwer Verwundete frei geben, während alle übrigen gefangen genommen werden sollten.Zurück blieben schließlich vier amerikanische Offiziere, zwei ärzte und zwei Feldgeistliche, die am nächsten Tag abgeholt werden sollten. Zum Unterstand zurück gekehrt, fanden sich dort allmählich weitere Verwundete ein, so dass deren Zahl am Folgetag auf ein Dutzend angewachsen war. Am nächsten Tag verlangte der deutsche Hauptmann, dass alle leicht Verwundeten zurück gebracht und gefangen genommen werden sollten. Dies Verlangen, am 11. November wiederholt, wurde jedes Mal zurück gewiesen. Am gleichen Tag vereinbarte am Kallgrund der deutsche Sanitätsoffizier Stüttgen in Unkenntnis der Vorgänge oben eine Feuerpause, damit beide Seiten ihre Verwundeten bergen konnten. Dies nutzten die Amerikaner gern aus und umgingen den unfreundlichen Hauptmann weiträumig.

Der Angriff af Schmidt, der damit gescheitert war, entpuppte sich als die kostspieligste Aktion einer amerikanischen Division im gesamten Zweiten Weltkrieg. Genaue Zahlen sind schwer zu ermitteln. Aber allein das 112. Infanterieregiment, welches die Hauptlast des Angriffs trug, verlor 232 Gefangene, 431 Vermisste, 719 Verundete, 167 Getötete und 544 so genannte „nonbattle casualties“, d. h. Opfer vor allem des Grabenfußes und anderer Erkrankungen. Zu diesen 2.093  kamen weitere hinzu, die sich nach konservativer Schätzung auf weit über 6.000 Amerikaner addieren. Hinzu kam der Verlust von 16 Jagdpanzern und 31 Panzern, zahlreichen Lastwagen, Bulldozern, schweren Waffen etc. Die deutschen Verluste dürften sich in ähnlicher Höhe bewegen, wobei hier exakte Zahlen noch schwieriger zu erheben sind.

Ein Zeitzeugenbericht

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Streckendaten
Schwierigkeit Normal
Länge 8,5 km
Dauer 3 Std.

 

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