Die Schlacht im Hürtgenwald – Intermezzo

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Im Herbst des Jahres 1944 drängten die Westalliierten – von den Engländern und Kanadiern am Niederrhein über die Amerikanern im mittleren Bereich bis zu den Franzosen im Elsass – an der gesamten Westfront die deutschen Truppen immer weiter zurück. Die Fortschritte wurden allerdings bestenfalls in Kilometern, häufig aber auch nur in Hundertyardschritten verzeichnet. Es ging an allen Frontabschnitten nur langsam voran, und oft genug war das am Vortag gewonnene Terrain am nächsten Tag wieder verloren. Insofern bildeten die Kämpfe im Waldgebiet nördlich von Monschau zunächst keine Ausnahme und fanden deswegen auch bei der Generalität keine besondere Beachtung. Und da sich während der gesamten Kämpfe kein einziger General jemals an der vordersten Kampflinie blicken ließ, hatte man auch keine Ahnung von den Besonderheiten dieses Kampfgebietes. Die einzige Ausnahme war wohl Brigadegeneral  George A. Davis, der am 4. November 1944 nachmittags nach Kommerscheidt gekommen war, um die Chancen für eine Rückeroberung von Schmidt zu prüfen. Auch die auf Erfolg getrimmte Divisionsführungsebene war wohl nicht in der Lage, die großen Schwierigkeiten nach oben zu kommunizieren, sondern versprach immer wieder baldige Erfolge.

Nur ganz gelegentlich scheint bei der Armeeführung so etwas wie eine Ahnung von der wahren Situation an der Front angekommen zu sein, so etwa, als General Hodges, der Befehlshaber der First Army und in dessen Verantwortung der Hürtgenwald fiel, in dem von seinem Adjutanten Major Sylvan geführten Kriegstagebuch von einer Begegnung mit eben abgelösten Soldaten der 22. Infanterie berichtete, die er auf einer Fahrt von Spa nach Luxemburg überholte. Er meinte, jeder sollte einmal die Möglichkeit gehabt haben, sich diese abgekämpften, erschöpften, unrasierten Männer anzuschauen. Im übrigen dreht sich dieses Tagebuch aber eher darum, welcher General wann zu Besuch kam, oder welchen CP (Command Post) Hodges wann und mit wem besuchte, was es zu essen und zu trinken gab, welche amerikanische Zeitung über Hodges was berichtete, welchen Film man sich abends angesehen hat und dergleichen mehr. Die jeweiligen Kriegsereignisse spielten eine beinahe untergeordnete Rolle. Der eigene CP lag übrigens vom eigentlichen Kampfgeschehen ein gutes Stück entfernt, nämlich in der Nähe von Spa in Belgien.

So blieb das Debakel, das sich in dem Frontabschnitt anbahnte, der inzwischen bei den Truppen „Huertgen Forest“ hieß, weitgehend unbeachtet. Auch die überdurchschnittlich hohen Verlustzahlen schienen lange Zeit nicht aufzufallen, was zum Teil dadurch zu erklären ist, dass immer wieder Truppenverschiebungen statt fanden und die Zuständigkeit für einzelne Kampfgebiete immer wieder wechselte. Außerdem wurde bei der Zählung der Verluste („casualties“) wohl zunächst nicht unterschieden, ob es sich um Gefallene, Verwundete, Gefangene oder sonstwie Verwendungsunfähige handelte. Was noch mehr erstaunt: Die großen Stauseen in der Nordeifel mit ihrem strategischen Potential waren lange Zeit bei den Amerikanern nicht auf dem Schirm, erst Anfang Dezember setzte sich allmählich die Erkenntnis durch, dass man hier etwas tun sollte. Allerdings waren die Bodentruppen keinesfalls wild darauf, sich dieses Problems anzunehmen, und so sollte die britische Royal Air Force das Problem lösen. Nach langem Winden und Zaudern flog die RAF immer dann, wenn das generell ungeeignete Wetter es zuließ, insgesamt vier Angriffe mit hunderten von Bombern gegen die Urfttalsperre, ohne allerdings mehr auszurichten, als einer leichten Beschädigung der Dammkrone, durch welche etwas Wasser abfloss.

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Streckendaten
Schwierigkeit keine Angabe
Länge 39 km
Dauer 1 Std.

 

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