Die Schlacht im Hürtgenwald – Prolog

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Für die amerikanischen Militärstrategen, die sich das Waldgebiet zwischen Monschau, Aachen und Düren auf der Karte ansahen, boten sich zwei Möglichkeiten zum raschen Durchkommen:  Zum einen ein Streifen wenig bewaldeten Gebiets östlich von Aachen, der sich von Eupen kommend über Raeren, Stolberg Richtung Eschweiler hinzog, und den sie euphemistisch als „Stolberg-Korridor“ bezeichneten. Und – weiter im Osten – eine Route, die von Monschau über die Hochebene bei Simmerath und von da aus weiter in nordöstlicher Richtung am Buhlert vorbei über Schmidt in die Rheinebene zwischen Aachen und Köln führt, mit einer Verzweigung  bei Rollesbroich über Germeter (heute zu  Vossenack gehörend) entlang der Reichsstraße 399 (heute B 399) Richtung Düren. Dies war in der Diktion der Stäbe der „Monschau-Korridor“. Das eigentliche Waldgebiet, das zwischen beiden Korridoren lag und nach Erwartung der Amerikaner nicht von deutschen Streitkräften verteidigt werden würde, sollte ausgespart bleiben.

Auf deutscher Seite wurde erwartet, dass sich das Augenmerk der Amerikaner vor allem auf die StädteAachen, Düren als wichtiger Verkehrsknotenpunkt, Jülich und schließlich Köln – richten würde. Stattdessen griff am 13. September 1944 die zum VI.Corps unter Joe Collins gehörende 3. US-Panzerdivision im „Stolberg-Korridor“ an, flankiert durch Einheiten der  9. Infanteriedivision, die die bewaldeten Höhen bei Roetgen, Rott und Zweifall sichern sollten. Diese Aktion der „Task Force Lovelady“ wurde zwei Tage später bei Stolberg von deutschen Truppen zum Stehen gebracht, lediglich das östlich gelegene Schevenhütte konnte genommen und – als Vorposten hinter dem Westwall – lange gehalten werden. Im übrigen war jedoch der Vorstoß im „Stolberg-Korridor“ unter erheblichen Verlusten vorläufig gescheitert.

Allerdings hatten die Amerikaner bei dieser Gelegenheit einen ersten Vorgeschmack auf das erhalten, was sie später erwarten würde. Unerfahren im Waldkampf, konnten sie ihre materielle überlegenheit in keiner Weise ausspielen. Für motorisiertes Gerät war das Gelände praktisch unpassierbar, die Kommunikation über Funk war wegen der bergigen Wälder sehr eingeschränkt, Gefechtsaufklärung aus der Luft war – auch wegen des schlechten Wetters – nur äußerst begrenzt möglich. Artillerieunterstützung war ebenfalls nicht gut einzusetzen, weil klare Ziele nur selten auszumachen waren. Dies waren im Wesentlichen die Bedingungen, welche die Kämpfe der nächsten Monate bestimmen sollten.

Streckendaten
Schwierigkeit Normal
Länge 14,2 km
Dauer 3,5 Std.