Die Seidenstrasse von Ungarn bis Thailand

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Auf den Spuren Marco Polos – die Seidenstrasse

Die Seidenstrasse ist das Geflecht uralter Handelswege zwischen Morgen- und Abendland. An ihr liegen die magischen, unsere Fantasie entflammenden Orte wie Samarkand oder Buchara, Kaschgar oder Takla Makan. Doch was ist von ihrem Mythos heute geblieben? Die jüngste Vergangenheit hat dramatische Wandlungen gebracht, aber die Seidenstrasse ist wieder auf ihrer gesamten Länge bereisbar, wenn auch nicht jeder einzelne ihrer Zweige. Die wohl spannendste Reiseroute der Geschichte verbindet China, Kirgistan, Usbekistan und viele weitere Länder und ist selbst zum Mythos geworden.

chiwa2Die alte Handelsroute hatte mehrere Tausend Jahre bestand. Und heute erfreut sich die Seidenstrasse insbesondere bei Individualtouristen wachsender Beliebtheit. Leider kann man die Länder Irak und Afghanistan, durch die die antike Route führt, gegenwärtig nicht bereisen. Und auch eine Reise nach Pakistan sollte wohl überlegt sein. Aber es gibt Alternativen.

kirgisienVerbindungen zwischen innerasiatischen Gebieten wie auch zwischen China und Europa hat es seit ältester Zeit, mindestens seit Beginn der Bronzezeit gegeben. Sie basierten unter anderem auf dem Austausch von Kenntnissen der Metallgewinnung und -verarbeitung wie auch dem Austausch von Handelsgütern, ermöglichten diplomatische Kontakte und beförderten auch das Wissen über die jeweils andere Kultur. Diese Verbindungen bestanden aber keineswegs kontinuierlich, liefen meist über Mittelsmänner ab und waren immer wieder längere Zeiträume unterbrochen, in denen Handel, Verkehr und Austausch von Informationen behindert wurden.

hunzatalEine entscheidende politische Voraussetzung für die vollständige Öffnung des östlichen Endes der Seidenstraße war die chinesische Expansion nach Westen. Unter dem Kaiser Wudi (141-87 v. Chr.) verdoppelte sich nahezu die Größe des Han-Reiches. Er reagierte auf Grenzbedrohungen mit der Eroberung der feindlichen Gebiete. Seine Armeen drangen weit nach Norden, Süden und Westen vor und unterwarfen zahlreiche angrenzende Staaten. Der Sieg über die Xiongnu brachte endgültig die Kontrolle über Zentralasien. Wudis Truppen nahmen Pamir und Ferghana in Besitz und so konnten die Handelswege zwischen China und dem Westen geöffnet werden. Der Handel entlang der Seidenstraße florierte und überschwemmte die Hauptstadt des Han-Reiches mit westlichen Reisenden und Luxusgütern.

Einen entscheidenden Beitrag zu einer direkteren Vernetzung von Asien und Europa leistete die Mongolenherrschaft im 13. Jahrhundert. Die mongolischen Eroberungen leiteten eine ära häufigen und ausgedehnten Kontakte ein. Sobald sie in ihren neuen Besitztümern Ordnung und Stabilität geschaffen hatten, ließen die Mongolen sich auf Kontakte mit Fremden ein. In ihrem universalen Machtanspruch waren sie gastfreundlich zu ausländischen Reisenden, auch wenn deren Herrscher sich nicht unterworfen hatten. In dieser Zeit kam es erneut zu einer starken Zunahme des Austausches von Waren und Menschen.

Die Seidenstrasse darf man sich nicht als nur eine Route vorstellen. Es handelt sich vielmehr um ein Strassen- bzw. Wegenetz, das durch Gebiete und Länder führte, die wir heute unter dem Namen China, Indien, Pakistan, Afghanistan, Kirgistan, Tadschikistan, Usbekistan, Turkmenistan, Iran und Türkei kennen. Diese Karawanenstrassen verliefen parallel zueinander, kreuzten sich und verzweigten sich immer wieder. Reisen auf der Seidenstrasse waren alles andere als ein Spaziergang: das Pamirgebirge, und die Taklamakan-Wüste mussten durchquert werden. Und überall konnten Räuber lauern, die die Karawanen überfielen.

Für einen einzelnen Menschen war es äußerst schwierig oder unmöglich, die gesamte Seidenstrasse zu bereisen. Deshalb bewegten sich die Händler größtenteils lediglich auf Teilstrecken und gaben die Waren an weitere Händler weiter. Über die Seidenstrasse kamen jedoch nicht nur Waren. Auch Krankheiten breiteten sich über sie aus. Anfang des 14. Jahrhunderts trat die Beulenpest im Westen Chinas auf. Bereits 1347 hat sie die Krim erreicht und von dort breitet sie sich über ganz Europa aus. Es waren Flöhe, die die Krankheit übertrugen; sie saßen in den Pelzen, die die Karawanen der Seidenstrasse beförderten.

Wanderwege / Etappen der Seidenstrasse

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