Gangelt Rundfahrt

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Gangeltrundfahrt

Die Urkunde, in der Gangelt 828 erstmals erwähnt wird, stammt von Einhard, dem Biographen Karls des Großen.

Sie teilt mit, dass Gangelt ein Etappenort mit Herberge und Wirtshäusern war, der auf Reisen zwischen den Kaiserpfalzen Nijmegen und Aachen angesteuert wurde.

Eine lange wechselvolle Geschichte folgte. Seit Anfang des 12. Jh’s. Heinsberg zugehörig, wechselten Gangelt und Heinsberg im Jahr 1484 zum Herzogtum Jülich. Als Hauptort der Umgebung wurde Gangelt stark befestigt, wovon heute noch erhaltene Stadttore, Reste der Stadtmauer und der restaurierte Burgturm Zeugnis ablegen.

Mit dem Sieg der französischen Revolutionsarmeen am Ende des 18. Jh. wurden die alten Herrschaftsstrukturen zerstört. 1815/16 kam Gangelt unter preußische Verwaltung.

Die heutige Gemeinde Gangelt wurde 1969 durch den Zusammenschluss mehrerer Orte gebildet. An die Niederlande grenzend, bietet Gangelt dem Erholungsuchenden mit dem Rodebachtal und den weiten, offenen Feldfluren eine abwechslungsreiche Landschaft.

Die Gemeinde ist Anziehungspunkt für Menschen beiderseits der Grenze geworden. Nahezu einzigartig in Europa sind der Wildpark bei Mindergangelt mit seinen über 50 verschiedenen Tierarten in einem ca. 150 ha großen Waldgelände und die Selfkantbahn, eine historisch bedeutende Schmalspurbahn.

Sehenswertes entlang der Route

Start: Parkplatz „Am Freibad“, Gangelt

„51“ Zwischen Gangelt und dem niederländischen Ort Schinveld liegt der rund 700 Hektar große grenzüberschreitende „Natuur- und Landschaftspark Rodebach/Roode Beek“. Geprägt wird das Gebiet durch die renaturierten Bachläufe von Rodebach und Roode Beek. Hochlandrinder beweiden die angrenzenden feuchten Wiesenflächen.

In früheren Jahrhunderten waren Wassermühlen am Rodebach die Basis der Wirtschaft. Man setzte sie hauptsächlich als öl- und Getreidemühlen ein. Die Brommler Mühle bei Mindergangelt und etwas weiter die Etzenrather Mühle sind heute einladende Ausflugslokale.

„52 – 44“ Wer Tiere ganz nah erleben möchte, der sollte seine Radtour am Wildpark Gangelt unterbrechen. Beim Spaziergang durch das Waldgelände kann man Wildschweine beim Suhlen sehen, Wölfe und Bären beobachten und Wissenswertes über Uhu, Adler und ihre Verwandten bei der Greifvogelschau erfahren (geöffnet: täglich von 9:00 bis 19:00 Uhr).

„53“ Das Naturschutzgebiet des Hoengener und Saeffeler Bruches ist gekennzeichnet durch feuchte Bruchwälder mit Erlen, Weiden und Pappeln und weist ein ausgeprägtes Vogel- und Amphibienvorkommen auf. Im Zentrum der Naturschutzarbeit stehen die Bemühungen, die seltenen Feuchtlebensräume dauerhaft zu erhalten.

„54“ über 150 Jahre alt ist die Windmühle Breberen. Sie ist eine der wenigen noch funktionsfähigen Turmwindmühlen. Bei diesem Mühlentyp sind Turmhaube und Flügelkreuz flexibel und können sich so immer in den Wind drehen. Die zweiteiligen stromlinienförmigen Flügel mit beweglichem Heckteil sind ganz auf die optimale Windnutzung eingestellt, eine Technik, die man in den 30er Jahren des letzten Jh’s bei Flugzeugen abgeschaut hat (Kontakt: 02454/5880, Gemeinde Gangelt).

Am Ortsrand von Breberen liegt Haus Altenburg, eine ehemalige Wasserburg aus dem Jahr 1782. Wie die meisten Burgen und Herrenhäuser in der Freizeit-Region Heinsberg ist sie in Privatbesitz und nur von außen zu betrachten.

„55“ Eine Abkürzung der Radroute ist in Brüxgen möglich, indem man den Schildern in Richtung Knotenpunkt 51 folgt.

„56“ Die heutige Selfkantbahn befährt die letzte erhaltene Teilstrecke der 1971 eingestellten Geilenkirchener Kreisbahn. Eisenbahnfreunde gründeten den Verein „Interessengemeinschaft Historischer Schienenverkehr e.V.“ und begannen historisch wertvolle Fahrzeuge zu sammeln. Der letzte 5,5 km lange Abschnitt der Strecke wurde hergerichtet und wird nun als Museumseisenbahn betrieben. Die Dampfzüge der Selfkantbahn verkehren jeden Sonn- und Feiertag von Ostern bis Anfang Oktober. Ferner werden Sonderfahrten, z. B. zu Nikolaus, angeboten. Die Mitnahme von Fahrrädern ist möglich.

In Schierwaldenrath steht eine große Museumshalle, in der Dauer- und Wechselausstellungen zum Thema „Eisenbahn“ präsentiert werden (Kontakt: Bahnhof Schierwaldenrath, 02454/6699).

Der erhaltene Birgdener Dorfanger „Großer Pley“ ist in seiner Größe einmalig in der Region. Hinter dem Ort führt der Weg über die offenen Feldfluren Richtung Stahe hinunter in das Tal des Rodebaches.

„57“ Etwas abseits der Route liegt in Niederbusch ein in Elterninitiative errichteter Spielplatz, auf dem es sich gut rasten lässt.

„51“ Zurück am Startpunkt „Am Freibad“ in Gangelt kann man die Räder abstellen, die Restauration besuchen, ein wenig auf dem von Bäumen umsäumten Kahnweiher rudern oder Minigolf spielen. Vielleicht haben Sie nach der Radtour aber auch das Verlangen, sich im Freibad abzukühlen und die 80 Meter lange Riesenrutsche hinabzugleiten.

Ein Abstecher in Richtung Gangelter Ortskern sollte unbedingt auf dem Programm stehen. Hier ist das alte Rathaus zu sehen, Anfang des 19. Jh’s erbaut. Vor dem Gebäude steht in einem Brunnen eine Gans mit einer Möhre im Schnabel. Hinter dieser Skulptur versteckt sich eine alte Legende – fragen Sie doch einmal danach.

Die St. Nikolaus-Kirche aus dem 12. – 16. Jh. prägt bis heute die Silhouette von Gangelt. Besonders sehenswert sind der Taufstein aus dem 12./13. Jh. und die gotische Kreuzigungsgruppe (um 1500).

Die Gangelter Burg war in die Stadtbefestigung integriert. Ihre Ursprünge gehen bis ins 14. Jh. zurück. Der Burgfried steht heute noch. Das Bruchtor und das Heinsberger Tor sind erhalten gebliebene Teile der Befestigungsanlagen aus dem 15. Jh., die damals insgesamt 13 Türme hatte.

Gerardus Mercator (1512 – 1594), der berühmte Kartograph, verbrachte einen Teil seiner Kindheit in Gangelt. Zur Erinnerung an ihn wurde am Ortsrand in der Lindenstraße ein Denkmal errichtet. Dort ist der Schnittpunkt des 51. Breiten- und des 6. Längengrades.

Sonstige Sehenswürdigkeiten:

Motten (frühmittelalterliche Erdaufschüttungen) im Rodebachtal, im Wildpark, im Niederbuscher Wald und an Haus Altenburg • Naturschutzgebiet „Teverener Heide“ bei Hohenbusch

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Streckendaten
Schwierigkeit keine Angabe
Länge keine Angabe
Dauer keine Angabe

 

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