Im Hochtal Travenanzes

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Diese Wanderung beginnt am Falzaregopass auf etwa 2.100 m Höhe und führt zwichen Tofana di Rozes und dem Col dei Bois hinauf ins obere Travenanzes, ein wildes, einsames Hochtal zwischen den Tofanen und den Fanisspitzen und dem Lagazuoigebirge. Sie folgt dem Tal in nordöstlicher Richtung und eröffnet großartige Ausblicke auf die majestätischen Berge links und rechts. Dann biegt die Rote nach Osten ins Boitetal ab und führt schließlich nach Cortina d´Ampezzo.

Das Travenanzes bildete in gewisser Weise eine Schlüsselstellung im Dolomitenkrieg 1915 bis 1918. Es war – ebenso wie die Punta dei Bois – in der Hand der K.u.K.-Truppen, war aber umringt von italienischen Stellungen, die – wie auf Logenplätzen im Theater- von den umliegenden Berggipfeln freien Blick und gutes Schussfeld ins Tal hinein hatten.

Auf der 3.237 m hohen Tofana di Dentro zum Beispiel, dem nordöstlichsten Gipfel, waren sechs italienische Geschütze sowie zwei große Scheinwerfer installiert, auf der Tofana di Rozes befanden sich zwei italienische Geschütze, ein Scheinwerfer, ein Maschinengewehrnest und ein Minenwerferstand, und etwas unterhalb des Gipfels ein weiteres Maschinengewehrnest und ein Scharfschützenstand. Auch von der Cima die Falzarego schauten die Italiener auf das Treiben der österreicher, welche ihrerseits Feldstellungen mit Namen wie „Nemesis„, „Gasserdepot“ und „Dickschädel“ unterhielten.

Für die Italiener, die sich ja von ihrem militärischen Vorgehen große Geländegewinne versprochen hatten, war die Anwesenheit der Mittelmächte im Travenanzes ein großes ärgernis, war doch an ein weiteres Vorrücken Richtung Norden nicht zu denken. Deshalb unternahmen sie zahlreiche Versuche, die österreicher und auch Deutschen aus ihren Stellungen zu vertreiben. Diese Angriffe waren vor allem für die Italiener sehr verlustreich, führten aber – mit Ausnahme der Punta dei Bois – nicht zum erhofften Erfolg. ähnlich wie in Flandern und an anderen Kriegsschauplätzen, aber aus anderen militärtaktischen Gründen, war auch in den Dolomiten die Front zum Stehen gekommen, und der Krieg blieb auf der Stelle, wenn man von kleinen gelegentlichen Scharmützeln absieht.

Während die Kriegsgegner im ersten Winter – 1915 auf 16 – es noch vorgezogen hatten, die hoch – teilweise über 3.000 m – gelegenen Stellungen zu räumen, um der eisigen Kälte, dem Schneefall und den Lawinen zu entgehen, war im darauf folgenden Jahr keine Rede mehr davon. Beide hatten im Frühjahr 1916 an unterschiedlicher Stelle die Erfahrung machen müssen, dass die ehemals eigenen Stellungen bereits besetzt waren, als die Einheiten frohgemut in die Berge aufstiegen, die unter großen Opfern und Mühen erzielten Fortschritte des vergangenen Jahres also zunichte waren.

Das sollte nicht noch einmal geschehen!

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Streckendaten
Schwierigkeit Anspruchsvoll
Länge 20,6 km
Dauer 42496 Std.

 

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