Jakobsweg Frankreich: Bazas – Captieux

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Bazas (Basats auf gascognisch) ist eine französische Stadt mit 4660 Einwohnern (Stand 1. Januar 2009) im Département Gironde der Region Aquitanien.

Der Name Bazas leitet sich von civitas basatica her, „Stadt der Vassaten“. Ihr antiker Name war Cossium, eine Latinisierung des aquitanischen *koiz, gascognisch Coç, Hügel.

Bazas liegt 15 km südlich von Langon und 60 km südöstlich von Bordeaux in den sanften Hügeln am Fuße der Wälder von Landes in der Gascogne.

Geschichte

Die Existenz einer befestigten Siedlung an dieser Stelle ist seit Beginn der Eisenzeit nachgewiesen. Der Besitz einer Mauer mit monumentalen Toren verschaffte ihr schon bald eine militärische Bedeutung sowie eine gewisse überlegenheit.

Bazas liegt am Jakobsweg nach Santiago de Compostela und war bis zum Ende des 18. Jahrhunderts Bischofssitz. Als Sitz eines Präsidialgerichts hatte es zudem zentrale administrative und rechtliche Funktionen, so dass es sich sehr schnell als einflussreichster Ort der Region etablieren konnte. Seinem Ruf verdankte es den Besuch so illustrer Persönlichkeiten wie Richard Löwenherz und Kaiser Karl V.

Während des Hundertjährigen Krieges war Bazas zwischen Frankreich und England umkämpft. Seit 1441 gehörte es wieder zu Frankreich.

1562 während der Hugenottenkriege eroberte der protestantische Heerführer Durfort (von Duras) die Stadt. Er ließ den katholischen Geistlichen die Lippen abschneiden[1].

Ludwig XIV. übernachtete bei seiner Rückkehr aus Saint-Jean-de-Luz, wo er Maria Theresia von Spanien geheiratet hatte, in der Stadt.[2].

Bazas erhielt sich aus dieser goldenen Zeit herausragende Bauwerke. Unter ihnen ist die gotische ehemalige Kathedrale St. Jean-Baptiste de Bazas das wichtigste, sie ist seit 1840 als geschütztes historisches Monument eingestuft. Sie wurde zwischen dem 11. und 14. Jahrhundert errichtet und in den Jahren 1583 bis 1655 wieder aufgebaut.

Bazas war bis 1923 auch der Name eines Arrondissements, als es zu Gunsten des Arrondissement Langon aufgelöst wurde, zu dem auch das Arrondissemen La Reole hinzugeschlagen wurde.

In Bazas wird eine Rinderrasse unter dem Namen Bazadaise gezüchtet, die Stadt unterhält einen Schlachthof. In der Region wird Landwirtschaft und Viehzucht betrieben; die Wälder im Südosten ermöglichen eine umfangreiche Holzwirtschaft. Bazas hat eine Reihe von Industriebetrieben in den Bereichen Metall, Holz, Lebensmittel, Keramik und Textil.

Kultur und Sehenswürdigkeiten
Am zentralen Platz steht die Kathedrale Saint-Jean-Baptiste (Johannes der Täufer). Dieses 83 Meter lange Bauwerk unterliegt als Monument historique dem Denkmalschutz und ist seit 1998 Teil des Weltkulturerbes der UNESCO „Jakobsweg in Frankreich“.

Die Kathedrale wurde im 13. und 14. Jahrhundert nach dem Modell der großen nordfranzösischen Kathedralen errichtet. Ihren ursprünglichen Ruf erreichte sie durch eine dort aufbewahrte Reliquie mit dem Blut Johannes des Täufers. 1561 wurde sie von Hugenotten verwüstet, das dreifache Portal, eines der schönsten Beispiele der Bildhauerkunst der Gironde, konnte jedoch vor der Zerstörung gerettet werden. Mit Geld des französischen Parlamentes und unter großem persönlichen Einsatz des Bischofs Arnaud de Pontac konnte die Kirche zwischen 1583 und 1635 wieder aufgebaut werden.

In der Zeit der französischen Revolution ging die Johannes-Reliquie verloren. Der Kreuzgang wurde zerstört, ebenso wie Mobiliar und Chorgitter. Die Letzteren konnten im 19. Jahrhundert durch Spenden ersetzt werden, darunter vor allem ein Altar aus der Zisterzienser-Abtei von Rivet.[3]

Das zentrale Portal zeigt das letzte Gericht sowie die Geschichte von Johannes dem Täufer. Das Innere des Baus ist bemerkenswert durch sein langes und enges Kirchenschiff.

Weitere Sehenswürdigkeiten:

der bischöfliche Garten mit überresten aus dem Zeitraum von der Eisenzeit bis ins 15. Jahrhundert
die Brèche, eine Ausfallpforte
der Sultansgarten mit Rosengarten

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Streckendaten
Schwierigkeit Normal
Länge 18,4 km
Dauer 6 Std.

 

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