Jakobsweg Frankreich: Cravant – Vezelay

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Cravant ist eine französische Gemeinde in der Region Burgund im Département Yonne. Administrativ ist die Gemeinde dem Kanton Vermenton und dem Arrondissement Auxerre zugeteilt.

Der Ort mit 805 Einwohnern (Stand 1. Januar 2009) liegt 18 km südlich von Auxerre an der Route nationale 6. In Cravant mündet die Cure in die Yonne, zudem wird die Gemeinde vom Canal du Nivernais durchflossen.

Auffällig sind die zahlreichen Kalksteinbrüche am Dorfrand, welche unter dem Namen Carrières de la Palotte bekannt sind. über fast 800 Jahre und bis 1935 wurde hier Kalkstein für den Bau gewonnen. Zurückgeblieben ist ein unterirdischer Komplex von fast 35 Hektaren Ausdehnung, der drei Höhlengänge und eben so viele Hauptgalerien von fast 20 Meter Höhe umfasst.

Der Name Cravan(t) ist eine keltische Wortkombination. Ursprünglich Cor-Ban wurde er zur Gallo-römischen Zeit latinisiert, wobei es zur üblichen Lautverschiebung von b nach v kam. Cor bedeutet „Zusammenfluss“, Ban „Burg“. Cor-Ban ist somit jene Siedlung, wo [die Cure] in [die Yonne] mündet. Folgende Toponyme sind bekannt: Crevennum oder Crevannum im 9. Jahrhundert, Crevan vom 17. bis zum 18. Jahrhundert und schließlich Cravant.[1]

Ein königliches Schreiben aus dem Jahre 1384 bezeichnet Crevan(t) als „den ersten Hafen an der Yonne, wo die Weine aus Beaune und dem Burgund für den Pariser Markt eingeschifft werden“. Im selben Jahr gab König Karl VI. die Erlaubnis zur Befestigung der Stadt, um den Handel zu schützen.[2] Die äußere Fortifikation bestand ursprünglich aus einer Stadtmauer (dessen Reste als einziges heute noch klar erkennbar sind) und drei Stadttoren, sowie dem Herzstück – einem Donjon. Das untere Stadttor wurde Porte d’Orléans, das obere Porte de la Poterne und das seitliche nach einem ehemaligen Weiler Porte d’Arbaud (auch Porte d’Arbault) genannt.

Im Zuge des Hundertjährigen Krieges wurden am 31. Juli 1423 die von Bourges anrückenden alliierten Truppen des französischen Königs Karl VII. und des schottischen Königs Jakob I. in der Schlacht von Cravant von den aus Auxerre kommenden und mit dem Herzogtum Burgund verbündeten Engländer geschlagen und massakriert. Zusammen mit der französischen Niederlage in der Schlacht von Verneuil ein Jahr später, hatte dies zum Ergebnis, dass der noch jugendliche Karl VII., dessen Legitimität als König von Frankreich von verschiedenen Parteien eh in Zweifel gezogen wurde, hinter die Loire getrieben und als „der kleine König von Bourges“ verspottet wurde.

Während des Zweiten Weltkrieges wurde in den Steinbrüchen von Palotte ein unterirdisches Flugzeugwerk eingerichtet das vorerst den französischen Bomber LeO 45 montierte. Nach dem Sieg der Wehrmacht über Frankreich stellten die Besatzer die Produktion ein und nutzten die Fabrik als Wartungsstätte für ihre Focke-Wulf Fw 190 Jagdflugzeuge. Nach dem Abzug der Wehrmacht im Jahre 1944 wurden unter der Bezeichnung NC-900 weitere 70 Exemplare der Focke-Wulf montiert und an die Escadrille française Normandie-Niémen abgegeben. Am 18. Februar 1946 wurde die Fabrik schließlich geschlossen.

Weinbau

Die Gemeinde hat Anteil an der Côte de Palotte, ein Rebberg, welcher die leichten und fruchtigen Rot- und Roséweine hervorbringt, die unter der Herkunftsbezeichnung Irancy AOC vermarktet werden. Zudem werden in Cravant die regional stark verbreiteten Burgunderweine Aligoté, Bourgogne Grand Ordinaire, Crémant de Bourgogne und Passetoutgrain angebaut.

Sehenswürdigkeiten

Fachwerkhaus und Brunnen

Die Kirche église Saint-Pierre-Saint-Paul stammt ursprünglich aus dem 14. Jahrhundert wurde später aber mehrmals verändert. Der Chor, der dreistöckige Glockenturm und die Kassettendecke stammen aus der Renaissance. Das Bauwerk steht seit 1906 unter Denkmalschutz.

Der Uhrturm Tour de l’Horloge (auch Beffroi de Cravant „Belfried von Cravant“ oder Tour du Guet „Wachturm“ genannt), ursprünglich aus dem Jahre 1387, befindet sich im oberen Teil des Ortes und steht seit 1926 unter Denkmalschutz.

Mehrere Fachwerkhäuser, wobei das älteste aus dem 16. Jahrhundert stammt.

Reste des alten Belagerungsring. Der Stadtgraben wurde aufgeschüttet und in einen Spazierweg umgewandelt.

Am Dorfausgang in Fahrtrichtung Irancy befindet sich oberhalb der Weinberge ein eindrücklicher Aussichtspunkt mit Blick über das Tal der Yonne (mit den Städten Clamecy und Vézelay) sowie über das Tal der Cure (mit der Stadt Avallon).

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Streckendaten
Schwierigkeit Normal
Länge 33,4 km
Dauer 9 Std.

 

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