Märchenlandweg Etappe 2 Lippoldsberg – Gottstreu

0
331

Wandern auf dem Märchenlandweg
Streckenbeschreibung Nr. 2

Lippoldsberg – Oedelsheim – Gottstreu (ca. 10 km) (alternativ: Lippoldsberg – Oedelsheim – Gieselwerder – Gottstreu (ca. 17 km))
Start: Fähranleger Lippoldsberg
Auf der jenseitigen Weserseite, von Lippoldsberg aus gesehen, steht noch das alte Fährhaus,
um das sich eine alte Legende rankt: Nachdem der Landgraf zwei Jahre im Wiener
Gefängnis verbracht hatte, soll ihn, auf eigenen Wunsch, eines abends der Teufel im Lippoldsberger
Fährhaus abgesetzt haben. Der Fährmann erkannte in dem verwahrslost aussehenden Fremden den Landgrafen nicht, gab ihm zu essen, verweigerte ihm aber das Nachtlager in seinem Haus, da dieses vom Landgrafen verboten sei.
Der Sohn des Fährmanns hatte Mitleid und ließ den Fremden heimlich auf dem Dachboden schlafen.
Am nächsten Morgen war der Fremde verschwunden, hatte aber eine Nachricht an der Tür des Hauses hinterlassen, mit der er seine Identität preis gab. Der Fährmann fürchtete Strafe, wurde jedoch belohnt und musste seitdem keine Pacht mehr zahlen…
Nachdem Sie sich von einem der modernen Nachfolger des historischen Fährmanns mit der Märchenfähre über die Weser haben übersetzen lassen, folgen Sie der Märchenlandwegmarkierung und marschieren auf der Weserstraße nach Lippoldsberg hinein. Dann biegen Sie schräg nach links in die Straße „Schäferhof“ ein, die Sie am Park vorbei führt. Ein Abstecher in den Park lohnt sich, denn hier befindet sich das historische Rathaus mit Tourist-Information.
Früher beherbergte es das Hospital, das Lippoldsberger Armenhaus. Landgraf Phillip der Großmütige gründete es nach Auflösung des Klosters. Auf der Straße „Schäferhof“ überqueren Sie den Mühlbach, bevor Sie dem weiteren Verlauf scharf nach rechts folgen. Auf der linken Seite kommen Sie an der Winterkirche vorbei, dahinter sehen Sie das Benediktinerinnen-Kloster, das 1093 von Erzbischof Ruthard von
Mainz gegründet wurde.
Nach Einführung der Reformation in Hessen ging das Kloster 1538 durch Vertrag mit Braunschweig an Hessen und wurde bis 1566 aufgelöst. Das Klostergebäude wurde zunächst Kammergut, dann hessische bzw. preußische Domäne.
1713 ließ Carl Landgraf zu Hessen bauliche Veränderungen vornehmen (Inschrift über der Tür). 1912 wurde die Domäne aufgelöst. Große kunstgeschichtliche Bedeutung erlangte die Klosterkirche St. Georg, als erste vollständige Gewölbebasilika in Norddeutschland. Rechts des Märchenlandweges befindet sich das Museum und Werkstatt im Schäferhaus.
Der Stall des ehemaligen Hirtenhauses der Gemeinde beherbergte einst den Gemeindeziegenbock. Die gesamte Häuserzeile mit ihren, dem Kloster zugewandten giebelseitigen Längsdielenhäusern („Weser-Diemel-Häuser“) ist sehenswert. An der nächsten Kreuzung biegen Sie nach rechts in die Bergstraße ein und überqueren auf einer steinernen Brücke den Mühlgraben – wie schon 1797 die Gänsemagd des
Dorfes, die täglich die Gänse des Dorfes über die Gänsebrücke ins Dorf hinein trieb.
Der Märchenlandweg verläuft weiter geradeaus – nur der Name der Straße ändert sich in „Stettiner Straße“. Sie verlassen Lippoldsberg und gelangen zur Friedenseiche mit Kriegerdenkmal. Die Friedenseiche wurde, wie viele weitere Friedenseichen auch, als Symbol des dauerhaften Friedens von 1870/71 zwischen Frankreich und Preußen gepflanzt.
ImVerlauf des siebenmonatigen Krieges waren 200.000 Menschen getötet worden. Einer Eiche und der Tatsache, dass im Dorf Vernawahlshausen viele Schneider tätig waren, verdankt Wahlsburg die Verbindung mit dem Grimm´schen Märchen „Das tapfere Schneiderlein“. In Lippoldsberg erzählt man sich gerne, dass eines dieser Schneiderlein seine Hütte unter einer Eiche in der Nähe Lippoldsbergs gehabt haben soll, die eines Tages von einer Fliegenplage heimgesucht wurde…
Sie wandern weiter geradeaus, die Breslauer Straße hinauf und erreichen einen Grillplatz mit Schutzhütte. Hier lohnt es sich, ein wenig zu verweilen und den Blick zurück auf Wahlsburg, das Wesertal und rechter Hand auf Bodenfelde zu genießen. Wandern Sie weiter, gelangen Sie an einem Parkplatz vorbei zum Waldrand und dann geradeaus in den Wald hinein. An der ersten Kreuzung wählen Sie den linken Weg, an der nächsten Kreuzung den rechten. Der Ort dieser Kreuzung wird „Pressecke“ genannt: Der Märchenlandweg
führt Sie links um die Lippoldsberger Klinik herum. Sie überqueren einen Bach gelangen an einen weiteren Abzweig zu ihrer Linken, der zur Klinik und einem Waldcafé führt, zu dem sich ein Abstecher lohnt.
Der Märchenlandweg folgt jedoch dem Weg geradeaus und verläuft dann in einem Rechtsbogen aus dem Wald hinaus. Sie wandern am Waldrand entlang und befinden sich nun über einer Gemarkung mit der
Bezeichnung „Über den Silberwiesen“. Von hier aus blicken Sie hinab in den Köhlergrund, nach links auf Vernawahlhausen – das ehemalige Schneiderdorf – und sehen dahinter die Schwülme und den Solling. Dann führt Sie der Märchenlandweg wieder in den Wald hinein, in einem Linksbogen am Parkplatz „Sattel“ vorbei zu einer Kreuzung.
Hier wählen Sie den dritten Weg von rechts aus gesehen, einen Waldweg, der Sie, über einen Bach
hinweg, wieder aus dem Wald hinausführt. Seien Sie wachsam und weichen Sie nicht nach links ins Tal aus – dort geht es geradewegs in die „Hölle“, bzw. in den „Höllengrund“. Und passen Sie auf, dass Sie nicht von Geschossen getroffen werden… Doch das ist eine längst vergangene Geschichte: Einst sollen hier die Kegel gestanden haben, nach denen die Riesen von der Sababurg beim Kegelspiel warfen. Drei große steinerne Kugeln, in denen die Abdrücke der Riesenpranken zu sehen sind, sollen noch zu finden sein.
Nachdem Sie diesen etwas unheimlichen Ort passiert haben, wandern Sie in einem Rechtsbogen immer am Waldrand entlang bis zur Schutzhütte. Bevor Sie sich an den Abstieg machen, blicken Sie hinab auf Oedelsheim, die nächste Station Ihrer Wanderung. Sie biegen nach links ab und dann, nach ca. 500 m, an der Grillhütte nach rechts und gehen dann weiter bis nach Oedelsheim hinein. Dort verläuft der Märchenlandweg auf der Bremer Straße bis zur Kirche.
Nun gibt es drei Alternativen:
1.: An Wochenenden können Sie mit der Fähre die Weser überqueren, die Fähre verkehrt jedoch nur Freitag bis Sonntag. Wählen Sie diese Möglichkeit, biegen Sie hinter der Kirche nach rechts in die Kampstraße ein, bis Sie an die Weser gelangen. Dort laufen Sie noch ein Stückchen nach links an der Weser entlang, bis zum Fähranleger. Nach Verlassen der Fähre auf der anderen Weserseite, wandern Sie ein kurzes Stück durch die Wiesen geradeaus, dann ca. 1 km links an der Weser entlang und biegen dann nach rechts ab in Richtung Gottstreu. Bevor Sie den von Waldensern gegründeten Ort erreichen, überqueren Sie die B 80.
2. u. 3.: Wenn die Fähre nicht fährt, wandern Sie nach Gieselwerder, um dort die Weser auf der Brücke zu überqueren:
2.: Der Märchenlandweg ist markiert auf dem Radweg, der, vorbei am Hallenbad, immer an der Weser entlang führt.
3.: Die waldreichere Alternative führt ein Stückchen des Weges zurück, an der Grillhütte vorbei, bis zur Schützhütte. Dort biegen Sie nach links in den mit x4 markierten Weg ein, der Sie in den Wald hinein führt. Kurze Zeit später erreichen Sie den Berghof, ein Waldcafé.
Nachdem Sie sich gestärkt haben, wandern Sie auf dem Waldweg weiter und gelangen nach 2 km an den anstrengendsten Teil der heutigen Wanderung: hier biegen Sie nach rechts ab und wandern ein kurzes Stück steil nach oben. Oben angekommen wenden Sie sich nach links und steigen dann gemächlich hinab bis zur L561, die Sie überqueren.
2. u.3.: Dann geht es über die Weserbrücke hinweg nach Gieselwerder hinein. Zu Ihrer Linken sehen Sie die Reste der ehemaligen Burg. Im Innern der steinernen Mauer befindet sich heute das Gebäude mit dem Rathaus. In der früheren Burg soll einst die Riesin Giesela gelebt haben, Tochter des Riesen von der Krukenburg in Bad Karlshafen- Helmarshausen und Schwester von Brama, Saba, Trendula, Lippolda und Drenta. Giesela war die tugendsamste der Riesenschwestern und liebte den Platz an der Weser so sehr,
dass Sie hier ihr Domizil errichtete. Der Sage nach ist sie die Namensgeberin Gieselwerders.
Wahrscheinlicher ist die folgende Variante, nach der Gieselwerder nach der Gemahlin Gisela des deutschen Kaisers Konrad II. benannt wurde, der hier längere Zeit verweilte. Wie dem auch sei: um wieder auf den Märchenlandweg zu gelangen, biegen Sie hinter dem Rathaus nach links in die Straße „In der Klappe“ ein, wandern am Campingplatz vorbei und dann immer an der Weser entlang, oberhalb des Fähranlegers Oedelsheim vorbei und dann nach rechts. Sie überqueren die B 80, und gelangen in den Waldenserort
Gottstreu, das Ziel der heutigen Wanderung.

Infos/Kontakt

Region Kassel Land e.V.:
Raiffeisenweg 2
34466 Wolfhagen
Tel: +49 (0)569298732-60
Fax: +49 (0)569298732-61

PDF OVL GPS KML Drucken

Streckendaten
Schwierigkeit Normal
Länge 17 km
Dauer 4 Std.

 

PDF OVL GPS KML Drucken

eGoTrek folgen

151FollowerFolgen
12,410FollowerFolgen
771FollowerFolgen
7,951AbonnentenAbonnieren
TEILEN
Vorheriger ArtikelMärchenlandweg Etappe 30: Niederkaufungen – Spiekershausen
Nächster ArtikelHasenweg gross
eGoTrek
eGoTrek ist ihr Outdoor-Reiseführer für Wanderer und Radfahrer. Hinter eGoTrek steckt ein Team von wander- und naturbegeisterten Menschen. Seit vielen Jahren erstellen wir Reiseführer der schönsten Landschaften und Orte weltweit.