Minenkrieg am Lagazuoi

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Die Wanderung beginnt am Parkplatz am Falzaregopass und folgt nach links dem Kaiserjägersteig zum Gipfel. Von dort geht es über die Schutzhütte und die Bergstation der Seilbahn zur „Cengia Martini“ und wieder zurück zum Falzaregopass.

Zwischen Castello und Cortina d´Ampezzo überquert die Dolomitenstraße (SR 48) in 2117 m Höhe den Falzaregopass. Schaut man von hier nach Norden, blickt man auf die Südwand des kleinen Lagazuoi, 2778 m, des südlichsten Gipfel der Fanesgruppe. Etwa auf halber Höhe der Wand zieht sich, von Ost nach West leicht ansteigend, ein Felsband, welches sich an seinen beiden Enden terrassenartig verbreitert, in der Mitte jedoch sehr schmal ist. Bereits zu Beginn des Krieges hatten sich italienische Truppen auf dem westlichen Teil des Bandes hinter Felsblöcken verschanzt, während die österreicher den Gipfel und den anderen Teil des Bandes besetzt hielten.

Da die Italiener in dieser Position für die österreicher außerordentlich lästig waren, versuchten diese sie mit allen gebotenen Mitteln zu vertreiben. Ein direkter Angriff über die Engstelle des Felsbandes war nicht durchführbar, also versuchte man es vom Gipfel her mit eigens entwickelten Rollbomben, Diese Sprengkörper waren mit einem Zeitzünder versehen, der so eingestellt war, dass sie auf Höhe der italienischen Stellung explodieren sollten, wenn sie vom Gipfel herab gerollt wurden. Gleichzeitig wurde die Stellung mit Artilleriefeuer belegt, vom Gipfel wurden drei österreichische Alpinisten am Seil hinab gelassen, und eine Patrouille war zusätzlich in die Wand abgestiegen, um fliehende Italiener unter Feuer zu nehmen.

Zwar hatte die Operation einigen Erfolg, führte aber nicht zur vollständigen Vertreibung des Gegners, weil die Felsblöcke hinreichend Deckung boten. In der Silvesternacht 1915 sprengten die österreicher einen riesigen Felsblock von der Größe eines Hauses vom Gipfel, der donnernd über die Wand rollte und den Italienern erneut große Verluste zufügte. Während all dieser Aktionen bauten die Italiener ihre Stellung immer weiter aus. Es entstanden Baracken und Steige mit Holzbrücken und -stiegen, die zum großen Teil geschützt unter Felsüberhängen lagen und nur sehr schwer zu beschießen waren. Diese Stellungen erhielten den Namen „Cengia Martini“, benannt nach dem Major Ettore Martini, der sie ausbauen ließ.

Im Juli 1916 begannen die österreicher damit, einen ersten Stollen anzulegen, welcher sie so nahe an die italienische Stellung bringen sollte, dass sie diese sprengen konnten. Allerdings bemerkten die Italiener das gegnerische Vorhaben sehr bald und legten ihrerseits einen Gegenstollen an, den die österreicher aber von ihrem Vortrieb aus sprengen konnten. Danach nahmen sie ihre Minentätigkeit wieder auf, und trieben den den 1.80 m hohen und 80 cm breiten Stollen weiter voran. Es entstand am Ende eine Sprengkammer mit fast 60 cbm Fassungsvermögen, in die in mühsamer Transportarbeit 24 Tonnen Sprengstoff eingebracht wurden.

Am 22. Mai 1917 um 22 Uhr wurde die Sprengung durchgeführt. Auf einer Breite von 140 m und einer Höhe von 200 m wurde die Felswand abgesprengt und mit ihr der größte Teil der italienischen Stellungen. Der größte Teil der italienischen Besatzung fiel der Explosion zum Opfer, und noch lange danach stürzten Felsbrocken aus der Wand, und mit ihnen Leichenteile und Material der ehemaligen Stellung. Reste der „Cengia Martini“ und die österreichischen Stollen sind noch heute zu besichtigen.

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Streckendaten
Schwierigkeit Normal
Länge 5,6 km
Dauer 3 Std.

 

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