Rund um das Kap Arkona

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Das Kap Arkona ist eines der beliebtesten Ausflugsziele auf Rügen. Neben der Steilküste und dem nördlichsten Punkt Rügens, der durch den 165 Tonnen schweren Findling „Siebenschneiderstein“ leicht aufzufinden ist, gibt es eine Reihe weiterer Sehenswürdigkeiten zu entdecken. Am Kap befinden sich 2 Leuchttürme, Bunkeranlagen und alte eine slawische Burgruine.

 

Tourenbeschreibung zum Kap Arkona

Das Kap Arkona kann man nicht direkt mit dem Auto erreichen. Ca. 1,8 km vor dem Kap, in Putgarten, befindet sich ein großer Parkplatz. Von hier aus kann man entweder zu Fuß, per Pferdekutsche oder mit der Kap-Arkona-Bahn bis zum Kap bzw. Joromarsburg fahren. Auch mit dem Fahrrad kann man optimal  zu den Sehenswürdigkeiten gelangen.

Wir starten also am Parkplatz und unser Weg führt uns zunächst durch den kleinen Ort Putgarten. Wir biegen links in den Schulweg ab und folgen dem Weg bis zu Küste. An der Küste haben wir einen wunderbaren Ausblick. Nun können wir die Holztreppen hinunter zum Ufer hinabsteigen. Sogleich dürfte uns der riesige Schneiderstein auffallen, ein 165 Tonnen Findling der hier am Ufer liegt. Hier befinden wir uns auch am nördlichsten Punkt Rügens.

Wir folgen ein paar hundert Meter der Küste und nehmen dann wieder die Treppen nach oben. Jetzt befinden wir uns am Kap Arkona.

Achtung! An den Klippen kommt es immer wieder zu größeren Abbrüchen. Vor allem nach langen Regentagen und im Winter. Erst 2011 wurde hier ein junges Mädchen verschüttet und kam zu Tode. Wenn wir unterhalb der Klippen am Ufer laufen ist große Vorsicht geboten und dieser Weg sollte im Winter oder nach langem Regen nicht gegangen werden.

Sehenswertes am Kap Arkona / Putgarten

Kunsthandwerkern über die Schulter schauen bei einem Besuch auf dem Rügenhof, oder Geschichte hautnah erleben auf der Jaromarsburg. Putgarten bietet ihnen zur jeder Jahreszeit vielfältige Möglichkeiten sich sportlich und kulturell zu betätigen, oder einfach nur in ruhiger Natur des Windlandes zu entspannen.

Die imposanten Überreste der legendären Tempelburg auf Arkona, der Joromarsburg, sind ein bedeutendes Zeugnis slawischer Kulturgeschichte im Ostseeraum. Die Wallanlage war vom 6. bis 12. Jahrhundert eine Kultstätte der Ranen in der der Gott Svantevit verehrt wurde. Mit der Eroberung und Zerstörung des Tempels durch die Dänen, wurde die Christianisierung Rügens eingeleitet.

Ein weiterer Anziehungspunkt sind die drei Türme auf dem Kap. Von weitem glitzert die Glaskuppel des restaurierten Peilturmes. Der Schinkelturm, der große Leuchtturm als auch der Peilturm sind zu besichtigen. Der Schinkelturm hat eine ziselierte gusseiserne Treppe und birgt auf allen Etagen Ausstellungen zur Seefahrt. Der große Leuchtturm ist ein reiner Zweckbau.

Der Aufstieg erfolgt über eine steinerne Wendeltreppe und die Mühe wird mit einer grandiosen Rundumsicht belohnt. Der Peilturm beherbergt Kunstausstellungen und unter der Kuppel ein offenes Atelier. Die Galerie gibt den Blick auf die Jaromasburg und das Kap frei.

Die umgebauten Gutshofstallungen des „Rügenhofes“ heißen ihre Besucher willkommen. Dort werden verschiedene Produkte einheimischer Handwerker, Bauern und Kunsthandwerker angeboten. Selbst bei der Herstellung kann man den Töpfern, Schneider, Korbflechtern und vielen anderen Handwerkern über die Schulter schauen.

Leuchttürme am Kap Arkona

Am Kap Arkona stehen 3 Leuchttürme, bzw. einer davon ist ein Marinepeilturm. Die beiden Leuchttürme stehen dicht beieinander. Der kleinere der beiden Leuchttürme wurde 1827 nach Plänen von Karl Friedrich Schinkel in Backsteinbauweise erbaut und wird deshalb auch Schinkelturm genannt. 1905 wurde er außer Dienst gestellt. Er ist nach dem Travemünder Leuchtturm der zweitälteste Leuchtturm an der deutschen Ostseeküste.

Der größere Turm wurde 1902 direkt neben dem alten Turm erbaut und er ist seit dem 1. April 1905 bis heute in Betrieb. Die Leuchteinrichtung bestand 90 Jahre lang aus zwei Kohlebogenlampen und wurde 1995 gegen eine Halogenmetalldampflampe ausgetauscht. Durch sie und die rotierende Dreifachoptik sendet die Laterne des Turmes alle 17 Sekunden drei Blitze aus.

Der ehemalige Marinepeilturm wurde 1927 erbaut und diente als Seefunkfeuer.

Alle drei Türme wurden Anfang der 1990er Jahre saniert und sind für Besucher zur Besichtigung geöffnet. Im alten Leuchtturm befindet sich heute ein Museum und eine Außenstelle des Standesamtes. Der Peilturm wird als Kunstmuseum und Atelier genutzt. Auf jedem Turm befindet sich eine Aussichtsplattform, von welchen man einen ungehinderten Blick über Rügen hat. Bei klarem Wetter kann man sogar bis zur dänischen Insel Møn blicken.

Bunker am Kap Arkona

In direkter Nachbarschaft zu den beiden Leuchttürmen befinden sich zwei Bunker, die auch besichtigt werden können. Der kleinere, ältere Bunker stammt noch aus Zeiten der Wehrmacht und beherbergte zu DDR-Zeiten eine Dienststelle der 6. Grenzbrigade Küste. Er wird allgemein als Arkona-Bunker bezeichnet. Der größere, neuere Bunker wurde von 1979 bis 1986 errichtet und diente der auf dem Bug stationierten 6. Flottille der Volksmarine und der Vereinigten Ostseeflotte (VOF) als Gefechtsstand. Von einem Hauptmittelgang mit zwei Zugängen ausgehend befinden sich mehrere autarke Einzelbunker mit einer Gesamtfläche von 2000 m².

Jaromarsburg

An der östlichen Spitze finden wir die Reste einer alten slawischen Burganlage. Von der Spitze Arkonas sind in den letzten Jahrhunderten immer wieder Teile ins Meer gestürzt, weshalb von der Jaromarsburg heute fast nur noch der Burgwall sichtbar ist.

Die Jaromarsburg war vom 6. bis ins 12. Jahrhundert eine Kultstätte der Ranen, eines slawischen Stammes, gewidmet ihrem Gott Swantewit. An der äußersten Spitze des Kaps gelegen, war sie von drei Seiten durch die Steilküste und von der Landseite durch einen 25 Meter hohen Burgwall geschützt. Der innerhalb des Walls gelegene Tempel übernahm nach der Zerstörung von Rethra im Jahre 1068 dessen Bedeutung als religiöses Zentrum der Slawen Mecklenburgs. Im Jahr 1168 eroberte der dänische König Waldemar I. im Zuge der Christianisierung die Burganlage und zerstörte den Tempel.

Auf dem Rückweg zum Parkplatz laufen wir wieder durch Putgarten, wo sich auch einige Souvenirläden und Gastronomieangebote befinden.

Text & Fotos: Jürgen Brocke,
Quelle der Daten/Ortsinformationen: Wikipedia

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Streckendaten
Schwierigkeit Einfach
Länge 7 km
Dauer 2 Std.

 

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Ich liebe die Natur und die Technik. Diese Kombination lebe ich, indem ich mit meiner Video-Kamera auf Tour bin und YouTube-Videos davon veröffentliche. Ich bin seit Beginn von eGoTrek an Board und habe neben technischer Entwicklung auch viele Inhalte verfasst.