Bahnwandern durch Andalusien: Welche Wanderungen in der autonomen spanischen Region besonders lohnen

Andalusien Granada
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Andalusien ist nicht nur die zweitgrößte und zugleich südlichste autonome Region in Spanien. Bekannt ist das Gebiet auch für seine hervorragenden Wanderbedingungen. Bei bestem Klima erleben Reisende an der spanischen Südküste auf abwechslungsreichen Strecken geschützte Naturräume unterschiedlicher Art. Das Highlight für Bergsteiger, die die Natur beim Wandern nicht nur erleben, sondern auch schützen möchten: Ein Auto brauchen sie für Wanderungen in Andalusien nicht – atemberaubende Ausgangspunkte sind hier auch per Bahn erreichbar.

Andalusien: Das bietet die autonome Region Bahnwanderreisenden

Das zwischen Europa und Afrika gelegene Andalusien ist mit seinen dichten Waldgebieten, einigen Dreitausendern und faszinierenden Canyons ein echtes Wanderparadies. Das abwechslungsreiche Gebiet im Süden des spanischen Festlands besteht aus acht sehr unterschiedlichen Provinzen, von denen fünf direkt an der Küste liegen. Doch nicht nur das Meer entlang führen Andalusiens Wanderwege. Zudem durchqueren sie 80 Naturparks, überschreiten einige Gebirgszüge und kreuzen tiefe Schluchten. Besonders bekannt ist die Region unter Wanderern für den höchsten Gipfel der Iberischen Halbinsel: den Mulhacén im Nationalpark Sierra Nevada. Doch auch die Region Serranía de Ronda und der Naturpark Sierra de Grazalema sind beliebte Wanderziele. Selbiges gilt für das Gebiet Sierra Morena im andalusischen Norden und die nördlichen Berge nahe Sevillas, wobei Reisende im Naturpark Cabo de Gata sogar durch Wüstenlandschaft wandern können. Einige Wandergebiete sind dabei besonders bekannt, darunter diese Regionen:

  • Sierra de Aracena, wo Highlights wie die Berge von Aracena, Rundwanderungen durch Eichenhaine und charmante Bergdörfer liegen.
  • Sierra Norte, die mit einem Landschaftsmosaik aus sanften Formen, Naturweiden und wilden Korkeichen besticht.
  • Costa de la Luz, wo endlose Dünen zum Entdecken einladen.
  • Los Alcornocales, wo sich die größten Korkeichenwälder der Iberischen Halbinsel dem Himmel entgegenrecken.
  • Costa del Sol, die zu Wanderungen durch die Tannenwälder von Los Reales und auf Panorama-Routen hoch über Marbella einlädt.
  • Sierra de Grazalema, wo neben Gipfeln wie dem Coros und Torreón Panoramawege und Igeltannenwälder warten.
  • Tal des Río Genal, die ganzjährig grünen Hänge mit Kastanien und Korkeichen beheimatet.
  • Sierras Subbéticas, die sich als mittelhohes Kalkgebirge durch schroffe Formen, enge Täler und ein abruptes Relief auszeichnet.
  • Sierra Nevada, wo sanfte Hügellandschaften an schroffe Bergmassive grenzen.
  • Sierra de las Nieves, deren Torrecilla-Gipfel mit 1.919 Metern als höchster Berg im westlichen Andalusien gilt.
  • Sierras de Cazorla, die als weich konturiertes Kalkgebirge mit üppigen Wildblumenwiesen und Hochtälern beeindruckt.
  • Sierra de María, wo sich umgeben von schroffen Felsen mit nahezu senkrechten Wänden 2.000er-Gipfel erheben.
  • Cabo de Gata, die neben einsamen Stränden und kristallklarem Wasser endlose Sanddünen beheimatet.

Obwohl die Landschaft Andalusiens mit Extremen und wilder Ursprünglichkeit besticht, sind viele der Naturparks und Wandergebiete auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut zu erreichen.

Málaga als Ausgangspunkt: Das sind die schönsten Wanderungen auf Zug-Wanderreisen

Auf das Auto zu verzichten, ist nicht nur klimaschonend. Auch die Kultur, die Bewohner und das ursprüngliche Leben lassen sich auf Bahnreisen durch Andalusien besser erleben. Das Reisen auszukosten, fällt so viel leichter. Wer im Rahmen eines Wanderurlaubs per Zug Spanien und Andalusien entdecken möchte, kann beispielsweise Málaga zum Ausgangspunkt machen und von hier aus den Südwesten der autonomen Region erkunden. Per Regionalzug geht es durch Hügellandschaften nach Ronda und Algeciras. Allerdings bleibt der atemberaubende Caminito del Rey das Highlight der Reise. Unter Wanderern ist der Rundweg fast ebenso bekannt wie der spanische Jakobsweg.

1. El Chorro: Rundwanderung Caminito del Rey

Nur 50 Minuten reist man per Regionalbahn von Málaga aus nach El Chorro. Besonders sehenswert ist hier die enge Schlucht des Río Guadalhorce, die von mehreren 100 Meter hohen Steilwänden umgeben ist und zu den spektakulärsten Landschaften Europas gehört. Busse fahren zum Nordeingang des Caminito del Rey, wobei der acht Kilometer lange Weg durch die Schlucht auf einem gesicherten Holzsteg verläuft. Die einfache Rundwanderung im spektakulären Naturgebiet Desfiladero de los Gaitanes setzt sich aus etwa drei Kilometern Luftweg über dem Río Guadalhorce und fünf Kilometern Waldweg zusammen. Insgesamt dauert sie nicht länger als drei bis vier Stunden, allerdings sollten Wanderer angesichts der schwindelerregenden Höhe schwindelfrei sein und müssen über eine Haftpflichtversicherung verfügen.

Wandertipp für El Chorro
Zusätzlich zum Caminito del Rey liegt ein Netz aus Wanderrouten rund um El Chorro. Daher lohnen Spontan-Abstecher in die teils einsame Natur, wobei man bei Wanderungen seltenen Vogelarten wie Gänsegeiern begegnet.

2. Pizarra: Wanderung zum Aussichtspunkt El Santo

Ebenso gut wie an El Chorro ist Málaga an Pizarra angebunden. Eine 30-minütige Fahrt mit dem Cercanias-Zug führt zum Ausgangspunkt unterschiedlicher Wanderungen auf den Aussichtspunkt El Santo, unter dem sich ein Meer aus Orangenplantagen erstreckt. Die fast neun Kilometer lange Raja-Ancha-El-Santo-Runde beginnt am Bahnhof und führt an einigen Sehenswürdigkeiten vorbei. Als mittelschwere Wanderung erfordert die Route gute Grundkondition und Trittsicherheit, wobei Wanderer zur Bewältigung rund drei Stunden einplanen sollten.

3. Ronda: Puente Nuevo durch die Tajo-Schlucht

Innerhalb von zwei Stunden erreichen Wanderreisende von Málaga aus Ronda, das von der teils 100 Meter tiefen Tajo-Schlucht in zwei Teile getrennt wird. Mit der Puente Nuevo führt hier eine etwa 7,5 Kilometer lange Rundwanderung über Brücken und Schotterpfade in drei Stunden zu Aussichtspunkten mit Postkarten-Charme. Übrigens locken auch in der Umgebung der Stadt einige Wanderwege, die per Bahn zu erreichen sind. Mit dem Cercanias-Zug kann man beispielsweise nach Jimera de Libar aufbrechen und das Tal des Río Guadiaro entlangwandern.

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