Aralsee: Tour von Aralsk zum Ufer des Aralsees (102 km)

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Eine abenteuerliche Tour mit Auto bzw. Motorrad zum Ufer des Aralsees.

Eckdaten:

  • Ein- bis Zweitagestour mit dem Auto oder dem Motorrad (vorzugsweise geländegängige Fahrzeuge)
  • 102 km, davon 9 km Asphalt, 58 km Kies und 35 km Sand
  • Die letzten 35 km Sandpiste können nur mit Fahrzeugen mit viel Bodenfreiheit befahren werden.

Die Geschichte des Aralsees

Der Aralsee war 1960 der viertgrößte Binnensee der Welt. Im 19. Jahrhundert wurden noch Tiger, Wölfe und Antilopen an seinen Ufern gesichtet. Bis 1997 hat er durch die Abzweigung seiner Zuflüsse zu Nutzen des Baumwollanbaus in Kasachstan und Usbekistan 44,3 Prozent seiner Fläche und 90 Prozent seines Volumens verloren. Der Salzgehalt hat sich vervierfacht. Durch die Absenkung des Wasserspiegels hat sich der See in einen kleineren Nordteil und einen größeren Südteil getrennt. Seit der Fertigstellung eines Staudamms auf kasachischer Seite zwischen Nord- und Südteil 2005 steigt der Spiegel des nördlichen Aralsees wieder. Die Austrocknung des zur Hälfte auf usbekischer Seite liegenden südlichen Sees wird dadurch beschleunigt. Die animierte Karte des Beitrages zum Aralsee des Wissenportals Wikipedia stellt die Austrocknung besonders deutlich dar: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Aralsee.gif&filetimestamp=20100513175417.

Durch die Verlandung und Verwüstung des Sees werden künstliche Düngemittel, Pestizide und Herbizide freigesetzt und als Staub mit dem Wind teilweise über den gesamten Globus verteilt. Die Kindersterblichkeit liegt in den meisten Regionen um den Aralsee hoch: Jedes zehnte Kind erlebt seinen ersten Geburtstag nicht. Die Austrocknung des Aralsees stellt damit eine der größten von Menschen verursachten Umweltkatastrophen der Welt dar und ist in seinem Ausmaß gleichzusetzen mit dem Reaktorunglück in Tschernobyl 1986.

Ausgangspunkt der Tour: die ehemalige Hafenstadt Aralsk

In den 1960er Jahren war Aralsk noch eine blühende Hafen- und Fischereistadt am Rande des Aralsees. Heute ist das Ufer 20 Kilometer entfernt und die Stadt nur noch ein Schatten ihrer selbst. Die Arbeitslosenrate in der Region um Aralsk ist eine der höchsten in Kasachstan. Dementsprechend trostlos präsentiert sich die Stadt. Lediglich der Basar der Stadt bietet ein wenig buntes Treiben.

Eine übernachtung im Hotel Aral ist aufgrund seines Zustandes nur zu empfehlen, wenn alternative Möglichkeiten wie Campen nicht in Frage kommen. Eine übernachtung für zwei Personen im Doppelzimmer kostet umgerechnet etwa 22 Euro.

Aralsk verfügt über mehrere Tankstellen – sogar eine LPG-Tankstelle, an der man Gasflaschen auffüllen kann, ist darunter –, einen Basar und einen Geldautomaten im Zentrum der Stadt.

Verlauf der Tour

Wir brechen erst am frühen Nachmittag aus Aralsk auf, nachdem wir getankt, eingekauft und uns nach dem Weg zum Aralsee durchgefragt haben. Die Straße führt entlang der Bahnlinie Richtung Nordwesten am Feld- und Wiesenflughafen von Aralsk vorbei. Ungefähr an dieser Stelle endet auch der Asphaltbelag. Von nun an geht es weiter mit maximal 30 km/h auf Kiesuntergrund. Trotz vorsichtiger Fahrweise haben wir nach 45 Kilometern auf dem groben Steinbelag einen Platten. Wir beschließen nicht weiter zu fahren, da wir nur ein Ersatzrad zur Verfügung haben und übernachten erst einmal in der Steppe. In Kasachstan empfiehlt es sich, zwei Ersatzräder mitzunehmen, wenn man abseits der asphaltierten Transitstrecken fährt.

Am nächsten Tag lassen wir unser Wohnmobil stehen und fahren mit dem Motorrad weiter. Bei einem kleinen ehemaligen Fischerdorf namens Zalanai können wir von weitem ein Schiffswrack auf dem ehemaligen Seegrund erkennen.

Doch eine zunächst vielversprechende Sandpiste in diese Richtung verläuft nach wenigen Metern in tiefem Sand. Wir fragen die Dorfbewohner nach dem Ort Tastübek, der uns in Aralsk als ein Ort genannt wurde, der noch am See liegt. Sie weisen uns Richtung Westen. Tatsächlich gibt es am Anfang des Dorfes an einer Moschee eine Abzweigung auf eine Sandpiste. Nach 24 Kilometern erreichen wir das Dorf Tastübek. Doch um an den See, der bereits unterhalb der Ortschaft zu erkennen ist, zu gelangen, müssen wir noch weitere 11 Kilometer Richtung Süden parallel zum Ufer fahren.

Die letzten Meter zum Ufer sind so morastig, dass wir das Motorrad stehen lassen und zu Fuß durch den Schlick waten. Der See selbst ist eigentlich unspektakulär. Nur die Einsamkeit ist an dieser Stelle, weit ab von jeder größeren menschlichen Ansiedlung, überwältigend.

Wichtige Telefonnummern

Quellen:

Online-Wissensportal Wikipedia, Suchwörter: Aralsee (URL: http://de.wikipedia.org/wiki/Aralsee,  abgerufen am 22. Juli 2012) und Aral (URL: http://de.wikipedia.org/wiki/Aral_%28Kasachstan%29,  abgerufen am 22. Juli 2012)

Autorin: Sylvia Montag reist gemeinsam mit Mann und Hund seit November 2011 mit dem Wohnmobil. Ihr Ziel ist Zentralasien. über ihre Erlebnisse und Erfahrungen berichten sie auf ihrer Internetseite www.goethepanzer.de.

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Streckendaten
Schwierigkeit Normal
Länge 102 km
Dauer keine Angabe

 

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