Die Schlacht im Hürtgenwald – erster Akt: erste Szene

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September 1944

Aus amerikanischer Sicht war es Anfang September 1944 wichtig, zwei Punkte zu beherrschen: Zum einen die Höhe 554, etwa 2 km südöstlich von Lammersdorf (heute Eifelkreuz), und den Höhenrücken, auf dem Rollesbroich gelegen ist. Mit diesen beiden strategischen Orten hofften sie den Zugang zum „Monschau-Korridor“ zu kontrollieren, der für motorisierte Einheiten gangbare Weg Richtung Düren und Rheinebene.

Allerdings hatten die Einheiten des 39. US Infanterieregiments, denen diese Aufgabe zugedacht war, bald mit den Befestigungen des Westwalls zu tun. Um die zahlreichen bemannten Bunker einzunehmen hatten sich die GIs bald eine spezielle Taktik erarbeitet: Unterstützt und gedeckt durch Mörser- und Artillerie- oder Panzerbeschuss, schlichen sich Gruppen von fünf bis acht Mann an die Bunker heran. Sobald sie näher kamen, wurde das Feuer erhöht, um sie nicht zu gefährden, während sie Handgranaten in die Feueröffnungen des Bunkers warfen, oder die Eingänge mit TNT sprengten. Gelegentlich wurden auch sog. Bazookas – panzersprengende Waffen ähnlich der „Panzerfaust“ – oder Phosphorgranaten durch die Belüftungsschächte eingesetzt. In der Regel gaben die Besatzer dann auf.

In hartnäckigen Fällen wurden auch Panzer mit Bulldozerschaufeln eingesetzt, die den Bunkereingang mit Erde zu schoben. Wenn die Bunkerbesatzung immer noch nicht aufgab, wurden alle öffnungen mit Erde versiegelt und die Männer lebendig begraben. In jedem Fall lag das Problem darin, dicht genug an den jeweiligen Bunker heran zu kommen, weil der Westwall so ausgelegt war, dass ein Bunker den anderen durch Feuerunterstützung schützen konnte. Es war eine langwierige, zeitraubende und verlustreiche Aufgabe, den Westwall zu „knacken“ und einen Bunker nach dem anderen unschädlich zu machen.

Um die Bunker ein für alle Mal unschädlich zu machen, wurden sie bald nach der Eroberung gesprengt. Die erheblichen Mengen Sprengstoff, die hierfür erforderlich waren, belasteten die ohnehin prekäre Nachschubsituation der Amerikaner zusätzlich. Deshalb ging man bald dazu über, wo es möglich war die Bunker mit Wasser volllaufen zu lassen und dann zu sprengen. Dies Verfahren reduzierte die notwendige Menge an TNT deutlich.

Für die als Panzerhindernis gedachten Höckerlinien, die die Amerikaner dragons teethDrachenzähne – nannten, fanden sie ein sehr pragmatisches Verfahren. Sie schoben mit den „Tankdozern“, den mit Bulldozerschaufeln ausgerüsteten Panzern, einfach Erde über die Konstruktion, bis ein für die Panzer befahrbarer übergang entstanden war.

Es dauerte bis zum 29. September 1944, bis die strategisch wichtige Höhe 554 genommen werden konnte. Rollesbroich und die umgebende Anhöhe blieben weiterhin in deutscher Hand.

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Streckendaten
Schwierigkeit Normal
Länge 4,3 km
Dauer 1 Std.

 

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