Reisebericht Norwegen – Tag 5 und 6

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Tag 5

Die Nacht ging schnell vorüber. Zu erwähnen sind die Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht. Denn tatsächlich hat mich die Kälte geweckt. Sobald allerdings die Sonne über die Berge in unser Tal und mit ihr das morgendliche Eis brach, verschwand sie. Wärme, Frühstück, dann duschen und um eine Nacht verlängern. Dieser Tag diente der Entspannung. So besuchten wir das anderthalb Kilometer entfernte Zentrum von Aurlandsvangen. Der Ort ist öde, fügt sich aber architektonisch wie ein trüber Glaskristall in die goldglänzende Fassung, passend aber nicht originell, in die Umgebung ein. Querliegende, meist weiße, teils aber auch bunte Holzlatten zieren die Fassaden der einzeln stehenden Häuser. Die Straßen sind leer und vieles lebt hier von Touristen wie uns. Wir spielten Fußball auf den öffentlichen Plätzen, eine sehr willkommene Abwechslung für mich. Währenddessen planten wir den nächsten Tag. Vernünftiger erschien uns es nun ohne Gepäck eine der schönsten Routen im Aurland zu wandern. So verblieben wir und verlängerten bei Dirk um eine weitere Nacht.

Tag 6

Diese Route war das mit Abstand (zweit)beste Erlebnis dieses Urlaubs. Wir standen um halb acht auf, nahmen den Bus um halb neun in das 800 m hoch und 30 km entfernt gelegene Østerbø. Die Sonne glitzerte im angrenzenden See und zwischen wenigen kleinen Hütten leitete uns ein kleiner Trampelpfad auf den 20 km langen Abstieg nach Vassbigdy. Am Anfang der Route begrüßten und Schafe, gefolgt von einigen kleinen Bachläufen, vor uns das Bergpanorama mit weißen Gipfeln. Wir wanderten am Tal eines Flusses, aus dem wir tranken, wenn der Streckenverlauf es von uns forderte. Das Wasser ist kalt und klar, also sehr erfrischend und ursprünglich. Mit der Zeit, durch viele verlorene Höhenmeter und mehrere Zuläufer, die ebenfalls überquert werden mussten (teilweise sehr nass), führte uns der Weg an metertiefen Wasserbecken vorbei, die eine meditative Ruhe ausstrahlten. Schreitet man aber weiter bricht die Idylle und reißendes Wasser schnellt zwischen den Ufern in die Tiefe. Brechende Wellen beschallen das ganze Tal. Wieder einmal musste ich beim Anblick dieser Urgewalten stauen. Nach der sechsstündigen Wanderung erreichten wir Vassbigdy und warteten auf den Bus. Rückblickend erscheint mir die Landschaft dieser Route ideal für jeden, der Natur in ihrer Vielseitigkeit bestaunen und gleichzeitig durch das physische Wandern eine weitere Dimension Norwegens erfahren möchte. Zudem wartet am Ende der Strecke ein Kiosk mit Bänken, sogar im Besitz eines Deutsch sprechenden etwas älteren Mannes, der aber an sich eher kurz angebunden ist. Wir hatten das Glück, auf dem Campingplatz ein deutsches Pärchen Nachbarn gehabt zu haben. Jene erreichten Vassbigdy auch, allerdings fanden sie dort ihr Auto wieder, welches uns dann auch punktgenau vor dem Zelt absetzte. Der Tag wurde mit einer warmen Dusche, leckeren Nudeln und dem ein oder anderen Gespräch beendet. Außerdem verlängerten wir erneut um eine Nacht. „Lundes Camping“ bot halt die perfekte Kombination aus Preis und Leistung für uns alle. Dirk freute es.

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Streckendaten
Schwierigkeit Normal
Länge keine Angabe
Dauer keine Angabe

 

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