Wandern in Österreich: Mit nachhaltigen Urlauben die Alpen erhalten

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Wanderwege mit einer Gesamtlänge von über 7.000 Kilometern gibt es in Österreich. Von Touren durch das kulturhistorische Salzkammergut über den hochalpinen Karwendel Höhenweg bis hin zum österreichischen Jakobsweg. Mit ihren Gebirgsmassiven, waldreichen Tälern und kristallklaren Bergseen zieht die Alpenrepublik Jahr für Jahr etliche Wanderurlauber an. Das Problem: Oftmals wird Nachhaltigkeit bei Touristen nicht groß genug geschrieben. Obwohl man gerade mit Wanderreisen in Österreich umweltschonend urlauben könnte. Worauf es dabei ankommt.

Wanderurlaub in der österreichischen Bergwelt: So wird es nachhaltig

In den 90er Jahren durchquerte ein Forscherteam die Alpen. 25 Jahre später sind die Wissenschaftler dieselbe Route nochmal gegangen – mit dem Ziel, Veränderungen der Bergwelt zu dokumentieren. Dabei kamen sie zu dem Schluss, dass Klimawandel und Massentourismus die Alpen an ihre Belastungsgrenze treiben. Noch ist die Zerstörung ihrem Bericht zufolge beherrschbar. Trotzdem forderten sie 2017 Gegenmaßnahmen wie nachhaltige Tourismus-Projekte. In diesem Kontext haben sie auch positive Entwicklungen dokumentiert. So in Österreich zum Beispiel das Netzwerk Bergsteigerdörfer. Dieser Zusammenschluss aus Orten wie Vent im Ötztal oder dem Tiroler Gailtal steht für nachhaltige Urlaubsangebote in den österreichischen Alpen. Die Natur soll hier durch Tourismus keinen Schaden nehmen. Organische Landwirtschaft und sanfte Mobilität werden hier noch groß geschrieben. Vor Ort kommt man gänzlich autolos aus. Mit der Entscheidung für entsprechende Destinationen können Wanderurlauber ein deutliches Zeichen gegen Massentourismus und Umweltzerstörung setzen. Auch ihr Verhalten während des Wanderurlaubs kann einen Unterschied machen. Wichtig ist vor allem, dass Aktivtouristen

  • mit Verkehrsmitteln wie der österreichischen Bundesbahn bequem und klimaneutral anreisen.
  • nachhaltige Unterkünfte auswählen.
  • auch auf Reisen Energie und Ressourcen sparen.
  • bei Wanderungen die Natur respektieren.
  • beim Essen auf regionale und saisonale Produkte setzen.
  • Müll vermeiden und trennen.
  • keine unnötigen Mitbringsel kaufen.

Klimaneutrale Anreise und Fortbewegung im Wanderurlaub

So wenige Emissionen wie möglich: Wer sich für den österreichischen Wanderurlaub dieses Ziel setzt, lässt Verkehrsmittel wie das Auto lieber stehen. Bei der Anreise konzentrieren sich Urlauber auf die Bahn. Vor Ort nutzen sie für weite Wege und Einkaufstouren notfalls geliehene Fahrräder. In Städten wie Innsbruck oder Salzburg lassen sich sogar E-Scooter leihen. Noch leichter fällt sanfte Mobilität auf Wanderurlauben in Österreich mit der richtigen Planung. Wer von Anfang an passende Unterkünfte entlang seiner Wanderroute auswählt, kommt zu Fuß gut über die Runden. Einkäufe lassen sich auf dem Weg erledigen. Abhängig vom Aufenthaltsort können regionale Zutaten zum Kochen notfalls auch geliefert werden, wenn man früh genug bestellt.

Nachhaltige Unterkünfte für Wanderungen in Österreich

Auch während eines Wanderurlaubs achtet man im Alltag am besten auf geringen Energieverbrauch, um den CO2-Fußabdruck klein zu halten. Dabei kann es helfen, in nachhaltigen Unterkünften abzusteigen. Ob Urlaub auf dem Bauernhof, Alm-Aufenthalte oder Buchungen für Ferienwohnungen: Abseits von Hotels gibt es in Österreich zahlreiche ressourcenschonende Optionen. Wirklich nachhaltige Unterkünfte erkennt man schon an der Bauweise. Neben Naturmaterialien wie heimischem Holz spricht beispielsweise schadstofffreie Dämmung für eine umweltbewusste Bleibe. Je besser gedämmt die Unterkunft ist, desto leichter fällt vor Ort das Energiesparen. Idealerweise bezieht die Bleibe grüne Energie. Systeme wie Solaranlagen und Infrarotheizungen sind in dieser Hinsicht genauso überzeugend wie Wärmepumpen oder Wasserkraft- und Wasseraufbereitungsanlagen. Energiesparlampen und durchflussbegrenzende Wasserhähne oder Duschköpfe gehören zur Grundausstattung. Was die Einrichtung betrifft, sollten Möbelstücke so naturbelassen wie möglich sein. Darüber hinaus können Kompostiersysteme und Recyclingmöglichkeiten umweltbewusste Wanderurlaube erleichtern.

Nachhaltigkeitstipp: Zertifikate als Orientierungshilfe nutzen!

Einige österreichische Unterkünfte punkten mit Siegeln wie der Blauen Schwalbe. Jene werden an besonders nachhaltige Konzepte vergeben und können bei der Auswahl eine Entscheidungshilfe sein.

Respekt für die Natur bei Wandertouren in Österreich

Vom östlichen Vorländer und den Alpen bis hin zum Gneishochland oder den Beckenlandschaften hat die österreichische Natur vielfältige Landschaftsformen. Auf Wanderungen durch die Alpenrepublik begegnet man jeder davon mit Respekt. Das heißt zum Beispiel, dass man Tiere weder durch Geräusche noch Annäherungsversuche stört. Befestigte Wege sollten Wanderer der Pflanzenwelt zuliebe nicht verlassen. Ebenso wenig reißt man Gewächse aus oder erntet Früchte, um sie zu essen. Das Ziel sollte es sein, die Landschaft genauso zu hinterlassen, wie man sie vorfindet. Müll wird draußen nicht liegengelassen. Gerade beim Wandern stolpert man an der einen oder anderen Stelle vielleicht über Abfall. Besonders nachhaltige Wanderurlauber sammeln solche Fundstücke auf und entsorgen sie angemessen.

Zusatztipp für mehr Nachhaltigkeit auf Wanderungen: Durst bekommt man beim Wandern schnell. Um Müll zu vermeiden, nimmt man eine eigene Wasserflasche mit und muss so keine Plastikflaschen mit Getränken kaufen. Wer auch etwas zu essen mitnimmt, nutzt dazu Frischhaltedosen. Einweggeschirr, Frischhaltefolie und Plastikbesteck belasten unnötig die Umwelt, selbst wenn sie sachgemäß entsorgt werden.